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Hasenbräu-Gelände: Kamin: Abriss geht in die zweite Runde

Hasenbräu-Gelände

Kamin: Abriss geht in die zweite Runde

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    Der Abriss des Hasenbräu-Kamins soll weitergehen.
    Der Abriss des Hasenbräu-Kamins soll weitergehen. Foto: Foto: Anne Wall

    Rund drei Wochen ruhte der umstrittene Abriss des alten Hasenbräu-Kamins. Nun will die Stadt den verhängten Baustopp für den Abbruch wieder aufheben. Voraussichtlich Mitte kommender Woche soll es grünes Licht geben, um die letzten Reste des historischen Schlots auf dem früheren Brauereigelände gleich hinter der Maximilianstraße zu beseitigen. Das teilte Gerhard Schröttle, Leiter des Bauordnungsamtes, auf Anfrage mit.

    Im Oktober, zu Beginn der Abbrucharbeiten, hatte eine dunkle Staubwolke für große Aufregung bei Anwohnern gesorgt. Die Wolke breitete sich im Viertel aus, als Arbeiter das abgebrochene Mauerwerk des 78 Meter hohen Kamins von oben zu Boden warfen. Nachbarn sorgten sich wegen möglicher Gesundheitsgefahren und befürchteten Schäden an den Fassaden ihrer Häuser. Die Stadt verhängte kurzfristig einen Baustopp für den zuvor genehmigten Abbruch des Schornsteins. Der Bauherr, die Münchner Inselkammer-Gruppe, wurde aufgefordert, offene Fragen zu klären, bevor die Arbeiten weitergehen.

    Hausaufgabe gemacht

    In München hat man inzwischen die Hausaufgaben gemacht. Der Stadt liegt ein Gutachten vor, das von der Inselkammer-Gruppe in Auftrag gegeben wurde. Laut Gutachter sei kein Schadstoffgehalt gemessen worden, der eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen darstellt, hieß es gestern im Bauordnungsamt. Auf der Baustelle waren zuvor Proben genommen worden. Untersucht wurde offenbar eine ganze Reihe von Stoffen, angefangen bei Arsen über Blei, Cadmium und vieles mehr. Der Gutachter empfahl aber offenbar auch, dass bei den weiteren Abbrucharbeiten Stäube vermieden werden sollten. Eine weitere Empfehlung geht offenkundig dahin, dass die Bauarbeiter vorsorglich mit Staubschutzmasken und Einweganzügen ausgestattet werden sollen.

    Die Inselkammer-Gruppe hat inzwischen auch eine zweite Auflage der Stadt erfüllt. Sie hat ein Konzept vorgelegt, wie der Abriss des Kamins ohne Beeinträchtigungen für die Nachbarschaft weitergehen soll. Geplant ist, den Schornstein noch einige Meter per Hand abzutragen. Der Abraum soll über einen Trichter in ein Rohr eingefüllt und so ohne Staubwolken nach unten befördert werden. Ab etwa 25 Metern Höhe soll dann ein Bagger zum Einsatz kommen. Er wird mit einem Greifer das Mauerwerk abzwicken, das zuvor mit Wasser besprüht wird. „Wenn man es sorgfältig macht, wird diese Methode funktionieren“, sagt Amtsleiter Schröttle.

    Gegen-Gutachten steht noch aus

    Auf Wunsch der Stadt soll der Bauherr diesmal auch die Nachbarschaft informieren, bevor der Kaminabbruch weitergeht. Mitarbeiter des Bauordnungsamtes sollen vor Ort überwachen, ob die Arbeiten wie vereinbart laufen. Später soll auf dem Gelände ein neues Stadtquartier entstehen.

    Bei Anwohnern herrscht nun erst einmal Erleichterung. „Gut, dass es offensichtlich keine gesundheitliche Gefährdung gab“, sagt Unternehmer Stefan Greiffenberger. Er wohnt mit seiner Familie im historischen Kathanhaus in der Kapuzinergasse, gleich neben dem alten Hasenbräu-Gelände. Zusammen mit anderen Nachbarn hatte er gleich nach den Vorfällen an der Baustelle Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und möglicher Gesundheitsgefährdung gegen die Inselkammer-Gruppe gestellt.

    Greiffenberger geht jedoch weiter davon aus, dass durch die Staubwolke beim Kaminabbruch Sachschäden entstanden sind. Das denkmalgeschützte Kathanhaus mit wertvollen Fassadenmalereien war erst vor wenigen Jahren aufwendig renoviert worden. Greiffenberger hat zusammen mit weiteren Nachbarn einen eigenen Gutachter beauftragt. Dessen Ergebnisse stehen noch aus.

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