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Politikum: Klinikums-Vize entschuldigt sich bei Chefarzt

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Klinikums-Vize entschuldigt sich bei Chefarzt

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    Am Augsburger Klinikum hing der Haussegen in der vergangenen Woche mächtig schief. Der öffentliche Kniefall des stellvertretenden Vorstands soll nun wieder Ruhe in das Großkrankenhaus bringen.
    Am Augsburger Klinikum hing der Haussegen in der vergangenen Woche mächtig schief. Der öffentliche Kniefall des stellvertretenden Vorstands soll nun wieder Ruhe in das Großkrankenhaus bringen. Foto: Foto: Marcus Merk

    Der Wirbel am Klinikum nach der vorübergehend verkündeten Streichung des Chefarztpostens in der Notaufnahme hat Folgen. Der stellvertretende Vorstand des Großkrankenhauses und Medizinische Direktor hat dafür die Verantwortung übernommen. Darüber hinaus entschuldigte sich Dr. Dirk Richter bei Notaufnahme-Chef Dr. Markus Wehler und dessen Team für „ein fehlgeleitetes Personalgespräch“. Er, so Richter, habe die Sachlage in der Notaufnahme sowie Wehlers Leistungen unvollständig und falsch eingeschätzt: „Dieser Fehler liegt in meiner vollen persönlichen Verantwortung“.

    Eine entsprechende Erklärung hat Richter nach Angaben des Klinikums am Montag bei einer Besprechung mit den Chefärzten des Hauses abgegeben. Dort entschuldigte sich auch Klinikumsvorstand Alexander Schmidtke bei den Chefärzten und Wehler für „die Gesamtgemengelage“. Dem Chef des Großkrankenhauses ist nach eigenen Angaben daran gelegen, einen Schlussstrich unter die turbulente Vorwoche zu ziehen. Diese wird heute Abend noch den Verwaltungsrat in einer Sondersitzung beschäftigen.

    Vergangene Woche hatten Gerüchte die Runde gemacht, das Großkrankenhaus wolle den erst vor zwei Jahren eingestellten Wehler entlassen. Chefärzte und Personal der Notaufnahme protestierten vehement und hielten dem Management mangelnden Sachverstand vor. Auch der Personalrat intervenierte. Der für die Chefärzte zuständige Medizinische Direktor Richter wies zurück, dass es eine Kündigung gegeben habe. Gleichzeitig sagte er aber, dass der Chefarztposten in der Notaufnahme gestrichen werde (wir berichteten).

    Am Freitag verkündete Vorstand Schmidtke dann: Der Chefarztposten bleibt und Wehler auch. Gestern betonte der Krankenhauschef gegenüber unserer Zeitung, dass es nie eine Kündigung oder eine Streichung des Chefarztpostens gegeben habe. Letzteres zu verkünden, sei Richters Fehler gewesen. Dieser hat sich auch bei Schmidtke entschuldigt, weil dieser „zu Unrecht in die öffentliche Kritik geraten ist“, wie es in einer vom Klinikum verbreiteten Erklärung heißt.

    Schmidtke zollte seinem Vize für diesen Schritt Respekt. „Dazu gehört viel Mut.“ Richter habe weiter sein volles Vertrauen. „Er bleibt Medizinischer Direktor und ich stehe hinter ihm.“ Gleichwohl soll in den kommenden Wochen über eine Änderung der Zuständigkeiten gesprochen werden. Bislang ist Richter für den medizinischen Bereich sowie für die Informationstechnologie (IT) zuständig. Denn Schmidtke stellt eines klar: „So ein Fehler darf sich nicht wiederholen.“ In den Augen des Klinikumsvorstands sind die jüngsten Verwerfungen innerhalb der über 5300-köpfigen Belegschaft auch Folge der rasanten Veränderungen an dem Krankenhaus. Schmidtke: „Wir müssen diesen Prozess entschleunigen.“ Zudem will er die über 20-köpfige Chefarztriege besser einbinden. Die Chefärzte des Klinikums, die bis zur Einführung des Medizinischen Direktors im vergangenen Jahr einen ehrenamtlichen Ärztlichen Direktor stellten, sollen nun wieder einen Sprecher wählen. Nach Informationen unserer Zeitung fällt diese Position Helmuth Forst (Anästhesie) zu. Stellvertreter sind Julia Welzel (Dermatologie) und der Chef der Herzchirurgie, Michael Beyer.

    Weitere Veränderungen stehen in diesem Jahr an

    Zu tun gibt es in den nächsten Jahren viel am Klinikum. Schmidtke stellte klar, dass an weiteren Veränderungen, die nicht jedem gefallen werden, kein Weg vorbeiführe. Der Ende 2009 verpflichtete Krankenhausmanager soll das Haus baulich und wirtschaftlich sanieren.

    Kommende Woche beginnt der Neubau der Kinderklinik, das Defizit des Hauses sinkt. Auch in der Notaufnahme soll sich nun schnell etwas tun. Erste Schritte wollen Schmidtke und der rehabilitierte Chefarzt Wehler im Verwaltungsrat vorstellen. Auch Dirk Richter soll heute Abend mit von der Partie sein. "Kommentar

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