Freitag, 24. März 2017

04. Juni 2014 00:44 Uhr

Leben und Überleben in den USA

Marianne Hettingers filmisches Schaffen Von Thomas Niedermair

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Den Sprung über den viel zitierten „Großen Teich“ hat die Augsburgerin Marianne Hettinger gleich nachdem Abitur (1988 am Peutinger-Gymnasium) gewagt. Die in New York lebende Künstlerin, die sich mit Erfolg und großer Leidenschaft dem Tanz und der Schauspielerei widmet, hat auch als Filmemacherin einiges zu bieten. Einen eindrucksvollen Querschnitt ihres Kurzfilm-Schaffens zeigte die Regisseurin, Produzentin, Autorin und Darstellerin im Liliom-Kino.

Dort, wo 2009 die Weltpremiere ihres ersten abendfüllenden Spielfilms „Mango Tango“ stattgefunden hatte, wurde den Gästen ein thematisch vielfältiges Filmprogramm vorgestellt. Licht- und Schattenseiten des „amerikanischen Traums“ kommen darin ebenso anschaulich zur Geltung wie die kreative Kraft der preisgekrönten Profitänzerin, Regisseurin und Schauspielerin.

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„Homeless in Washington“ etwa ist ein Kurzfilm von Marianne Hettinger, dem es in nur zwölf Minuten gelingt, eben jene düsteren Seiten des kapitalistischen „Erfolgsmodells“ zu verdeutlichen. In Gesprächen mit Obdachlosen (geführt im Dezember 2013), die in unmittelbarer Nähe zum Weißen Haus ein Leben in beispielloser Armut führen (eine Friedensaktivistin, ein Veteran des Afghanistan-Kriegs, ein trotz eigener Not seinen Glauben und sein Mitgefühl bewahrender Mann), wird der Kontrast zwischen großer Machtfülle und noch größerer Not veranschaulicht. Marianne Hettinger erzählte dazu, dass sie anfangs über diese Thematik einen Spielfilm drehen wollte. „Dann wurde jedoch das Budget gekürzt. Ich wollte aber zumindest einen Kurzfilm darüber machen.“ Wie „Homeless in Washington“ beweist, muss das nicht unbedingt ein Nachteil sein.

Interviews mit Künstlern aus New York

„Hallo New York“ hingegen ist ein von der vielseitigen Künstlerin 2013 entwickeltes TV-Format, in dem sie Interviews mit Kunstschaffenden in New York führt. Mittlerweile wurden 13 Folgen produziert, von denen im Liliom die munteren Gespräche mit der Sängerin und Komponistin Ann Hampton Callaway, mit dem Schauspieler und Musiker Chris Orbach und mit der deutschen Starsängerin Ute Lemper gezeigt wurden.

Abgerundet wurde das anregende Programm durch den preisgekrönten Kurzfilm „Saint Vitus Dance“ von 2011. Darin geht es um eine Lady namens Margo (Marianne Hettinger), die ihren Vortanztermin verpasst und sich in einen leidenschaftlichen, magischen Tanz mit Vitus/Veit, dem Schutzheiligen der Tänzer und Langschläfer, hineinträumt. „Zu Letzteren zählen ja auch immer wieder mal wir Künstler“, gab die Filmemacherin im Gespräch schmunzelnd zu.

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Augsburg | New York | USA

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