Ein großes Dankeschön für zwei Jahrzehnte beste Arbeit war der Tenor in den Ansprachen der Grußredner, die zum Festakt 20 Jahre „Tür an Tür – miteinander wohnen und leben“ gekommen waren. Als Erste formulierte die im Hörsaal der Juristischen Fakultät Uni-Präsidentin Prof. Sabine Doering-Manteuffel. Sie lobte die Kooperation zwischen Universität und „Tür an Tür“. „Niemand flieht freiwillig“, flocht Bürgermeister Hermann Weber in sein Grußwort ein und traf damit ins Zentrum der Veranstaltung, auf der die Flüchtlingssituation und das Heimischwerden in einem fremden Land deutlich vor Augen geführt wurden. In einer Bilderrevue von den Anfängen 1992 bis 2012 dokumentierten die „Tür an Tür“-Vorstandsmitglieder Matthias Schopf-Emrich und Thomas Körner-Wilsdorf die Entwicklung. Bevor die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Rita Süssmuth als Festrednerin die Zuwandererproblematik kritisch hinterfragte und für ihren Vortrag viel Beifall erhielt, waren es Wolfgang Husemann vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, später vor allem die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, die „Tür an Tür“ als „einen Leuchtturm der Mitmenschlichkeit“ bezeichnete und an Artikel 1 des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ erinnerte.
Wie schwierig und aufwendig sich Integrationsarbeit in der Praxis erweist, davon wussten alle Redner eine Menge zu berichten. Die witzigste Aussage aber kam vom Landtagsabgeordneten Martin Neumeyer, Integrationsbeauftragter der Staatsregierung. Der nämlich begann seine Rede mit der Aussage, dass er anderenorts vor Kurzem statt als Integrationsbeauftragter als Intrigenbeauftragter begrüßt worden sei. Er hatte die Lacher im Auditorium auf seiner Seite.