Mehrere Hundert Wohnungslose leben in Augsburg. Menschen, die keinen eigenen Mietvertrag haben, in Sozialwohnungen oder Übergangswohnheimen untergebracht sind, und das oft jahrelang. Etwa 30 leben auf der Straße, unter Brücken, in Abbruchhäusern und Tiefgaragen - meist, weil sie es so wollen. Viele sind Menschen, die dem wachsenden Druck der Gesellschaft nicht gewachsen sind. Sie leben isoliert, verwahrlosen. Doch es gibt Erfolgsgeschichten wie die eines jungen Mannes, der nach Jahren der Drogensucht und Obdachlosigkeit eine feste Arbeit als Elektriker hat. Um aus einem solchen Tief herauszukommen, braucht es Unterstützung. Von Ute Krogull
Diese kommt unter anderem vom Sozialverband SKM. Seit fünf Jahren unterstützen wiederum Künstler den SKM mit einer Benefizausstellung. Diese wurde immer hochwertiger; heuer zieht sie erstmals in die Toskanische Säulenhalle, die die Stadt mietfrei zur Verfügung stellt. Eröffnung ist am 19. Mai. Namen wie Felix Weinold, Georg Kleber, Sascha Kempter, Daniel Biskup, Ingeborg Prein, Brigitte Hornauer und Luis Weidlich sind vertreten. 70 Prozent des Erlöses - 2009 immerhin 20 000 Euro - fließen an die Obdachlosenhilfe. Bei einer Auktion werden Arbeiten versteigert, die vorher nicht gezeigt wurden, so von Günther Uecker, Harry Meyer, Georg Bernhard, Christofer Kochs und Doris Schilffarth.
Um auch den Treffpunkt Obdachloser einzubeziehen, wird die Wärmestube Auf dem Kreuz von Graffiti-Künstlern gestaltet. Einerseits wird so der Raum aufgewertet, andererseits werden per Live-Übertragung am Vernissagen-Abend und über Videos während der gesamten Ausstellungsdauer die Welten vernetzt. Man holt die Obdachlosigkeit in die gutbürgerliche Kunstszene - übrigens auch dadurch, dass einer der ausstellenden Künstler von Obdachlosigkeit betroffen ist.
"Künstler helfen Obdachlosen" ist ein ökumenisches Projekt von SKM, Annahof und Moritzkirche. Die Organisatoren Pfarrer Frank Witzel (Annahof), Michael Grau (Moritzkirche) und Pia Härtinger (SKM) erklären: "Obdachlosigkeit ist kirchenübergreifend. Sie trifft evangelische, katholische und Menschen ohne Bekenntnis." Und so wie es eine "Ökumene des Mangels" gibt, soll es auch eine "Ökumene der Solidarität" geben.
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