Sitzen. Klatschen. Mit den Füßen wippen. Die Zuschauer in der Augsburger Kongresshalle (Kongress am Park) ließen es zunächst ruhig angehen. Doch der Auftritt von James Brown alias Jimmy James brachte Bewegung in die Sache. Bei „Living in America“ hüpften die Leute aus ihren Sesseln und ließen die Hüften kreisen. In einem weißen Anzug mit Hut heizte der schwarze Sänger aus Philadelphia mit seiner Funkstimme den Zuschauern ein.
Moderator Woods animiert das Publikum zum Tanzen
Eine authentische Musikreise „down Funky Street, USA“ versprach das Programm der Sweet Soul Music Revue. Die Hälfte der Plätze in der Kongresshalle blieb dabei unbesetzt. Dennoch gab sich Moderator Stevie Woods große Mühe, das Publikum zum Tanzen zu animieren. Unermüdlich rief er: „Do you want good music?“ Worauf das Publikum mit einem lauten „Yeah!“ antwortete. Die Pausen überbrückte er mit einem Überblick über die Geschichte des Souls und Lobreden auf die Label Motown, Stax und Atlantic. Als Ray Charles zeigte der schlaksige Riese in dem etwas zu weiten schwarzen Anzug, dass er auch ein guter Sänger ist. Für seine Version von „Unchain My Heart“ erhielt er viel Beifall.
Die Frauenherzen im Publikum höher schlagen ließ Daniel Stoyanov. Im Programm als die „weiße schwarze Stimme aus Sophia“ angekündigt, hatte er einige gute Auftritte mit seinem Gesangspartner Alex Hutson. Die beiden drehten bei Dauerbrennern wie „Soul Man“ und „Smooth Me“ von Sam & Dave richtig auf. Schön schnulzig wurde es, als Stoyanov „Only You“ von „The Platters“ sang. Danach setzte er noch „The Great Pretender“ oben drauf, wofür er mit viel Applaus belohnt wurde.
Einen witzigen Auftritt lieferte Harriet Lewis. Mit ausstaffiertem Dekolleté sang sie „Tell Mama“ von Etta James. Danach flirtete sie zum Vergnügen des Publikums ausgiebig mit Trompeter Jerrel „Short“ Fair. Der kleine Mann mit dem goldenen Sakko und der Sonnenbrille stach auch bei anderen Liedern aus der zehnköpfigen Band heraus. Umzingelt von vier Saxofonisten verstand er es, durch gekonntes Spiel immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Mit Stimmgewalt und purer Energie überzeugte Marites Dabasol-Smith in ihrer Rolle als Tina Turner. Die philippinische Sängerin zeigte, dass sie es bei Hits wie „Addicted To Love“ und „Land Of 1000 Dances“ durchaus mit dem Original aufnehmen kann.
Insgesamt ein unterhaltsamer Abend mit vielen guten Musikern und Interpreten, der aber aufgrund des festen Programms und des genauen Ablaufs wenig Überraschungen bot.