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Volksfest: Maria Ebert: Ein Leben für den Plärrer

Volksfest

Maria Ebert: Ein Leben für den Plärrer

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    Maria Ebert, Senior-Chefin der Hühnerbraterei, sitzt über den Unterlagen für ihre Buchführung. Seit 1947 arbeitet sie auf dem Plärrer.
    Maria Ebert, Senior-Chefin der Hühnerbraterei, sitzt über den Unterlagen für ihre Buchführung. Seit 1947 arbeitet sie auf dem Plärrer. Foto: Foto: Anne Wall

    Wer heute über den Augsburger Plärrer bummelt, hat die Qual der Wahl: ein Fahrgeschäft neben dem anderen, jede Menge Imbissbuden, drei Bierzelte...

    Als Maria Ebert zum ersten Mal am Stand ihres Bruders Eis verkaufte, war das ganz anders. 1947 war das und das Volksfest war deutlich kleiner. Von Fahrgeschäften, die heute sein Bild prägen, war weit und breit noch nichts zu sehen. „Das, was es gab, waren sechs Schiffschaukeln, zwei Kinderschaukeln, sage und schreibe 16 Schießbuden und einige Schaubuden. Da wurden dann Kuriositäten wie die schwebende Jungfrau präsentiert. Und in einer Box-Bude konnten die Besucher gegen Kirmesboxer antreten“, erinnert sich Maria Ebert.

    Die Senior-Chefin der Hühnerbraterei Ebert ist mit ihren 85 Jahren die älteste noch aktive Schaustellerin auf dem Plärrer. Bis heute kümmert sie sich gewissenhaft um die Kassen und die Buchhaltung des kleinsten Festzeltes auf Schwabens größtem Volksfest. „Schon meine Eltern hatten ein Bierzelt, allerdings im Saarland. Ich bin also schon von klein auf in den Beruf des Schaustellers hineingewachsen.“

    Auch ihren Mann Erwin hat sie – natürlich – auf dem Plärrer kennen gelernt. „Er kam 1947 zu mir an den Eisstand und da haben wir uns gleich ineinander verliebt.“ Bis aber geheiratet werden durfte, musste die junge Frau sich noch ein Jahr lang unter den strengen Blicken ihrer künftigen Schwiegereltern im Festbetrieb bewähren.

    Die Hühnerbraterei konnte Familie Ebert im Jahr 1958 zum ersten Mal auf dem Plärrer präsentieren. Allerdings noch in anderer Form als heute: „ Das Zelt war damals deutlich kleiner. Bierbänke und Biertische hatten wir auch noch nicht. Da saßen die Gäste noch auf Gartenmöbeln im Zelt. Und auch die Musik war anders. Wir hatten damals drei Musiker engagiert, die während des gesamten Plärrers jeden Abend bei uns Schrammelmusik gespielt haben – nicht so wie heute, jeden Abend eine andere Kapelle. Und die Gäste kamen damals noch alle schick im Anzug und mit Hut ins Bierzelt. “

    Jetzt macht sie nur noch die Finanzen

    Früher stand Maria Ebert in der Großküche des Zelts noch selber am Kochtopf. Seit einiger Zeit beschränkt sie sich aber nur noch aufs Finanzielle. „Mir macht das immer noch großen Spaß. Die Arbeit hält mich fit und ich freu mich doch, dass ich von den Jungen noch gebraucht werde. So lange sie mich noch haben wollen, geh ich auf keinen Fall in Rente.“

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