Normalerweise denkt man bei Mars an den bekannten Schokoriegel. Nun steht der Name „Mars“ auch für ein neues mobiles Gerät, das technische Schulungen erleichtern soll. Es arbeitet mit einer „intelligenten Brille“. Entwickelt wurde es von Informatikstudenten an der Hochschule Augsburg.
Mars hat ungefähr die Größe eines Briefkastens. Und es hat innovative Technik als Innenleben: Wenn man Mars an an ein vorher „gelerntes“ Laborgerät oder Computer-Bauteil hält, kann es optisch erkennen, worum es sich handelt. Weiter kann es den Gegenstand und seine Bestandteile mit einer eingeblendeten Schrift richtig benennen.
Professor Gundolf Kiefer spricht von einem „Augmented-Reality-System“. Einfach gesagt, soll es dem Benutzer helfen, technische Geräte, die er sieht, aber nicht kennt, richtig einzuordnen und zu bedienen. „In einem speziellen Modus kann das Gerät wie eine intelligente Brille eingesetzt werden und den Anwender mit Anweisungen Schritt für Schritt in die Bedienung der Laborausstattung einführen“, sagt der Professor für technische Informatik.
Noch ist Mars ein Protoyp. Grundsätzlich wären solche Geräte gerade für Auszubildende in technischen Berufen eine große Hilfe, meinen die Informatiker an der Hochschule. Eine Computer-Hauptplatine etwa sei mit Dutzenden von Anschlüssen bestückt. Auch häufig eingesetzte Messgeräte wie Oszilloskope seien komplex aufgebaut. Bei der Aus- oder Fortbildung gehe es darum, die einzelnen Funktionen zu vermitteln. „Mit dem Mars-Gerät kann der Azubi einfach drauf halten und Anweisungen für weitere Schritte bekommen“, sagt Christopher Proske vom studentischen Entwicklungsteam.
Die Projektarbeit baut auf Forschungen an der Hochschule auf, die unter dem Stichwort „Triokulus“ laufen. Das Projekt befasst sich mit der Entwicklung von „intelligenten Kameras“, die Objekte erkennen und verfolgen können. Trotzdem hatten die Studenten bei Mars viele Herausforderungen zu meistern. Sie hatten ein tragbares, batteriebetriebenes Gerät zu bauen, das mit intelligenten Kameras, einem Mikro-Controller-Board, einem Touchscreen und weiteren Teilen bestückt ist. Mit ihrem Ergebnis sind die Entwickler sehr zufrieden: „Wir haben erreicht, dass das Programm auf dem mobilen Gerät genauso schnell läuft wie auf dem PC“, freuen sie sich. (eva)
Mars-Entwickler sind Markus Bihler, Christopher Proske, Christoph Schwarz, Andrei Ehrlich, Tobias Köglsberger, Thomas Britzelmeier, Michael Morscher und Andreas Füger.