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Kriminalpolizei Augsburg: Menschenhändler zwangen Frauen zur Prostitution

Kriminalpolizei Augsburg

Menschenhändler zwangen Frauen zur Prostitution

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    Bizarres Doppelleben: In Frankreich sollen sich rund 40.000 junge Studentinnen nach der Uni prostituieren.
    Bizarres Doppelleben: In Frankreich sollen sich rund 40.000 junge Studentinnen nach der Uni prostituieren.

    Nach Angaben vom Donnerstagnachmittag stehen vier Männer zwischen 24 und 29 Jahren und zwei Frauen (18 und 19) unter dem Verdacht, banden- und gewerbsmäßigen Menschenhandels betrieben zu haben. Die Sechs waren sehr gut durchorganisiert und unterhielten seit mehreren Monaten in Augsburg drei Wohnungsbordelle in Haunstetten, dem Wertachviertel und in Oberhausen.

    Immer wieder hätte die Gruppe junge Frauen aus Rumänien, meist im Alter von 18 oder 19 Jahren, geholt und in den Bordellen der Prostitution zugeführt. "Die Tatverdächtigen bestimmten die Modalitäten der sexuellen Dienstleistungen, überwachten die Prostituierten lückenlos und beuteten sie aus", teilte die Kripo mit.

    Am Mittwoch durchsuchten die Ermittler der Augsburger Kripo gleichzeitig alle drei Wohnungsbordelle. Alle Beteiligten wurden dabei im Schlaf überrascht und konnten widerstandslos festgenommen werden. Neben den mutmaßlichen Tatverdächtigen wurden dabei auch fünf rumänische Prostituierte im Alter von 18 bis 28 Jahren angetroffen. Bei Durchsuchungen wurde umfangreiches Beweismaterial gefunden. Einer der Tatverdächtigen hatte einen fünfstelligen Geldbetrag, bei dem es sich mutmaßlich um Prostitutionsgelder handelt, bei sich. Außerdem wurden zwei hochwertige Geländewagen der Verdächtigen beschlagnahmt.

    Die Opfer, darunter eine 18-jährige Schülerin, mussten laut Bericht bis zu 24 Stunden täglich zur Verfügung stehen und dabei eine Vielzahl von sexuellen Praktiken akzeptieren. Die Geschädigten, die aus ärmlichsten Verhältnissen stammen und kein Wort Deutsch sprechen, nahmen die Reise nach Deutschland aus einer extremen wirtschaftlichen Notsituation auf sich, ohne die Ausmaße der Tätigkeit die sie erwartete, richtig einschätzen zu können. Wie schon in früheren Fällen, überwachten auch diesmal einige Prostituierte im Auftrag der Haupttäter die neuen, völlig unerfahrenen Frauen. Die beiden Hauptopfer würden derzeit von "Sowoldi", einer Hilfsorganisation für Opfer von Menschenhandel, betreut.

    Gegen fünf der Festgenommenen, darunter die beiden weiblichen Beschuldigten, wurde auf Antrag der Augsburger Staatsanwaltschaft vom Ermittlungsrichter Haftbefehl erlassen. Gegen den 24-Jährigen, der vor zwei Wochen noch in einem rumänischen Gefängnis einsaß, hat die Staatsanwaltschaft die Freilassung veranlasst, da er - ersten Erkenntnissen zufolge - lediglich eine untergeordnete Funktion in diesen Verfahren einnehmen dürfte. AZ

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