Den Zuschuss fürs Theater kann Referent Peter Grab nicht antasten, auch bei Bücherei und Kunstsammlungen bleibt kaum Spielraum. Wird nun lab30 geopfert? Von Nicole Prestle


Eines sagt Kultur- und Sportreferent Peter Grab deutlich: „Jeder Referent hat auch Vorschläge gemacht, die er persönlich nicht befürwortet.“ 1,3 Millionen Euro muss Grab in seinem gesamten Bereich einsparen. Es ist sein Beitrag zur Deckung des städtischen Haushalts, in dem eine Lücke von 13,5 Millionen Euro klafft. Welche Vorschläge er gemacht hat, behält Grab jedoch für sich; die Stadtspitze habe Stillschweigen vereinbart.
Während manche Referenten in den städtischen Ausschüssen dennoch über das Thema sprachen, wird es im Kulturbereich dazu gar keine Gelegenheit geben: Der Ausschuss am 27. Februar musste abgesagt werden. Grab steht nach eigener Auskunft derzeit nur einer von drei Sachbearbeitern zur Verfügung – zu wenig, um die Sitzung vorzubereiten. Sie wurde deshalb auf 14. März verlegt, der Finanzausschuss tagt womöglich aber schon am 12. März.
Trotz der Geheimhaltungsstrategie der Stadtregierung kursieren in der Kulturszene Gerüchte um die Sparvorschläge Grabs. So soll unter anderem im Festival-Bereich gekürzt werden. Das Medienkunst-Festival lab30, heißt es, könnte ganz wegfallen, was 20000 Euro im Jahr brächte. Auch der Kunstförderpreis – vergeben in fünf Sparten und dotiert mit 2800 Euro – soll womöglich gekippt oder jedes Jahr nur noch für eine wechselnde Sparte ausgeschrieben werden. Kürzungen sind auch beim Festival der Kulturen angedacht. Viel Spielraum bleibt Referent Grab nicht. Sein Etat für die Kultur (den Sport nicht mitgerechnet) umfasst rund 27,5 Millionen Euro. 13,9 Millionen Euro davon fließen ans Theater. Kürzt die Stadt diesen Zuschuss, laufe sie Gefahr, dass auch der Freistaat sein zuletzt gesteigertes Engagement wieder zurückfährt, sagen Insider.
Weitere drei Millionen Euro gehen an die Stadtbücherei – allerdings nicht für deren Ausstattung. Ein Drittel macht allein die jährliche Miete für das Gebäude an die städtische Wohnungsbaugesellschaft aus, hinzu kommen Personalkosten. An beidem ist nicht zu rütteln.
3,1 Millionen Euro schließlich bekommen die Städtischen Kunstsammlungen. Auch hier gibt es dem Vernehmen nach nicht mehr viel Spielraum.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: