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Manroland: Mit den Druckmaschinen alt geworden

Manroland

Mit den Druckmaschinen alt geworden

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    Die Ursprünge des Druckmaschinenbauers Manroland gehen bis ins Jahr 1848 zurück. Der historische Stich zeigt Arbeiter an einer der ersten Schnellpressen des Unternehmens.
    Die Ursprünge des Druckmaschinenbauers Manroland gehen bis ins Jahr 1848 zurück. Der historische Stich zeigt Arbeiter an einer der ersten Schnellpressen des Unternehmens. Foto: Repro: MAN-Museum

    Wenn Hans Schiebler von der Firma spricht, rutscht ihm noch oft „MAN Roland“ raus. Ein Urgestein wie Schiebler tut sich schwer mit dem neuen Firmennamen. 35 Jahre arbeitete Schiebler für das Unternehmen. Vor vier Jahren, als der Vorstand noch glänzende Bilanzen präsentierte, ging Schiebler in Rente. Doch wirklich verabschiedet hat sich der 66-Jährige nie. Dafür hängt sein Herz viel zu sehr an den Druckmaschinen, den Kollegen – dem ganzen Unternehmen. Schiebler begann, Besuchergruppen durch das Werk zu führen. Gelegentlich Schulklassen, meistens aber Fachpublikum. Seit dem Insolvenzantrag ist damit Schluss. Die Nachricht von der Pleite traf den Rentner hart. „Diese Firma hat mich und meine Familie 35 Jahre lang ernährt. Natürlich bin ich ihr stark verbunden.“

    Mit der Lübecker Possehl-Gruppe scheint nun die Rettung in Sicht. Für die Zukunft des Unternehmens schwankt Schiebler zwischen Hoffen und Bangen. Da auch einige leitende Persönlichkeiten gehen mussten, kann er sich nicht so recht vorstellen, wie es weiter gehen soll. „An vielen Stellen fehlt es jetzt an Erfahrung“, meint er. Doch er vertraut auf die verbleibenden Mitarbeiter. „Die werden sich alle reinhängen.“ Denn er weiß: „Für die Mitarbeiter war MAN immer wie eine Familie.“ Doch mit der Entlassung von 741 Beschäftigten hat sich daran einiges geändert. An dem denkwürdigen Montag, als alle Angestellten über die Kündigungen informiert wurden, griff Schiebler zum Telefon. Er fragte bei seinen ehemaligen Kollegen nach, erkundigte sich nach ihren Schicksalen – und musste oft tröstende Worte finden. Ohnehin führte Schiebler in den vergangenen Wochen viele Gespräche: Vom Pförtner bis zum Top-Manager, er kennt Hunderte Mitarbeiter.

    Der Augsburger begann 1971 als Praktikant bei MAN, arbeitete danach weltweit als Monteur. Schon 1983 sah man ihn für höhere Aufgabe vor: Erst flog er nach New Jersey in die USA, um am neu gekauften Standort deutsches Normverständnis zu vermitteln. Ein Jahr später siedelte er nach Singapur um – samt seiner Ehefrau und den drei Kindern. Dort war er bis 1988 verantwortlich für die Vermarktung der Produkte im asiatischen Markt. Eine spannende Zeit, erinnert sich Schiebler – sowohl beruflich, als auch privat. „Diese vier Jahre in einer völlig fremden Kultur haben meinen Horizont enorm erweitert.“

    Schiebler reiste viel und versuchte, Kunden in Australien, Neuseeland, Indonesien und in kargen Landstrichen Chinas von den Vorzügen Augsburger Druckmaschinen zu überzeugen. Eine goldene Zeit für das Unternehmen, das jedem Abnehmer die passende Maschine mit so klangvollen Namen wie Colorman, Uniman, Octoman oder Lithoman anbieten konnte – je nachdem, ob man Prospekte, Zeitschriften, Kataloge oder Zeitungen produzieren wollte: „Wir waren überrascht, dass auch ärmere Regionen und Firmen immer die neuesten Maschinen haben wollten, obwohl für ihre Ansprüche etwas ältere Modelle genügt hätten.“ Ende der 80er kehrte Schiebler nach Augsburg zurück. Seine neue Aufgabe: der Aufbau eines Trainingszentrums. „Wir brauchten ein System, um unsere Auftraggeber mit unseren Produkten vertraut zu machen.“

    Nachdem also eine Druckmaschine verkauft war, nahmen für wenige Tage die führenden Köpfe des Abnehmers vor Schiebler Platz. Danach folgten Vertreter des mittleren Managements und am Ende die Drucker und Mechaniker. „Wir haben ihnen Schritt für Schritt die Funktionsweise der Maschinen erklärt, damit sie am Ende in der Lage waren, diese selber zu bedienen.“

    Jahrelang vermittelte er deutschen und internationalen Kunden das Wissen, um mit den Augsburger Produkten richtig umzugehen – bis zu seiner Verrentung vor mehreren Jahren. Jetzt hofft er, dass das Unternehmen den erfolgreichen Neustart schafft. „Denn wir bauen wirklich gute Maschinen.“

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