Mittwoch, 22. Mai 2013

03. Mai 2012 10:08 Uhr

Augsburg

Mutmaßlicher Stalker gesteht Mord an Freund seiner Ex

Ein 43-Jähriger hat heute vor dem Augsburger Schwurgericht gestanden, den neuen Partner seiner Ex-Freundin ermordet zu haben. «Ja, es stimmt, ich habe ihn getötet», sagte er.

Die Tat hatte vor einem Dreivierteljahr großes Aufsehen erregt. Das Opfer, ein 38-Jähriger, war im Hof einer Wohnanlage in Lechhausen getötet worden, als er von einer Radtour zurückkam. Der Täter stach laut Anklage sechsmal auf den Mann ein. Dann schnitt er ihm dreifach die Kehle durch.

Die Nachbarn hörten an jenem Augustabend vergangenen Jahres erst Schreie. Dann mussten sie von ihren Balkonen der Wohnanlage aus mit ansehen, wie der blutende Mann von seinem Angreifer verfolgt, eingeholt und erstochen wurde. Die tödliche Hatz erstreckte sich über eine Strecke von etwa 100 Metern.

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Der Täter sei anschließend seelenruhig davonmarschiert, habe an einem Busch sogar noch das blutige Messer abgewischt, erzählten Augenzeugen später. Anschließend kehrte der Mann in seine Wohnung im Herrenbach zurück, wo er noch am selben Abend von der Polizei festgenommen wurde.

Zum Prozessauftakt vor dem Augsburger Schwurgericht legte der angeklagte Miro B. am Donnerstagmorgen ein Geständnis ab. «Ich habe mich nicht mehr unter Kontrolle gehabt», sagte er.

Ermittlungen wegen Stalkings liefen

Wie nach den tödlichen Messerstichen bekannt wurde, hatte der 43-Jährige seine frühere Lebensgefährtin schon monatelang drangsaliert. Die Frau erwirkte eine Anordnung, dass sich der Mann ihr nicht mehr nähern darf – offenbar ohne Erfolg. Die Polizei lud ihn nach Anzeigen der Frau mehrere Male vor, die Justiz ermittelte gegen den 43-Jährigen wegen Stalkings, doch ein rechtskräftiges Urteil gab es bis zur Tat nicht.

«Ich habe sie so sehr geliebt», sagte der Angeklagte dazu. «Ich wollte sie nicht verlieren.» Die Tat tue ihm leid, er bitte um Verzeihung.

Für den Mordprozess hat die Schwurgerichtskammer fünf Verhandlungstage angesetzt. Insgesamt sind um die 30 Zeugen geladen. Eine Rolle wird dabei auch die psychische Verfassung und die Schuldfähigkeit des Angeklagten spielen. Er ist seit der Tat im Bezirkskrankenhaus in Kaufbeuren vorläufig untergebracht. AZ

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Kriminalität | Prozesse

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