Im Herbst will der Verein „Tür an Tür“ ein großes Integrationszentrum im ehemaligen Straßenbahndepot am Senkelbach eröffnen. Vermieter ist die Unternehmerfamilie Frey, die plant, auf dem Rest des Geländes ein Mazda-Museum einzurichten. Tür an Tür wurde vor 20 Jahren gegründet. Der Verein unterstützt Migranten bei der Integration; Schwerpunkte liegen auf Sprache und Beruf. Die Tochterorganisation Migranet arbeitet mit der Handwerkskammer zusammen. Weiterer Schwerpunkt ist Flüchtlingsarbeit, zusammen mit der Caritas und dem Diakonischen Werk.
Tür an Tür ist zurzeit auf zwei Standorte (Schießgraben- und Werderstraße) verteilt, die nun zusammengelegt werden. Für das Zentrum fließen nach Angaben des Geschäftsführers Reiner Erben in den nächsten drei Jahren je 300000 Euro Fördermittel. Die Hälfte kommt von der Europäischen Union, den Rest teilen sich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie die beteiligten Wohlfahrtsverbände, letztere über Personalmittel.
Sprachkurse, Beratung, Café und mehr
Tür an Tür möchte am neuen Standort auch Raum für andere Institutionen zur Verfügung stellen. So kann sich Erben eine Anlaufstelle des städtischen Integrationsbeirats vorstellen, ebenso eine Beratungsstelle des Ausländeramtes. Der Mesopotamien-Verein habe Interesse, ein Café zu betreiben. Tür an Tür ist offen für weitere Organisationen, die sich beteiligen wollen. Geplant ist auch ein neues Projekt ausgebildeter Kulturmittler. Diese sollen nicht nur dolmetschen, sondern auch Einrichtungen wie Krankenhäuser und Jugendhilfe beraten.
Die Familie Frey (Eigentümer der gleichnamigen Autohäuser) hat das alte Tramdepot nahe der Arbeitsagentur 2011 gekauft. Das Areal von 1897 steht unter Denkmalschutz. Die Freys wollen in der Wagenhalle ein Mazda-Museum für Europa einrichten, kündigte Joachim Frey im Herbst an (AZ berichtete). Seit 1998 ist das Areal vermietet, unter anderem an den Kreisjugendring. Er wird umziehen.