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Die Alte Schmiede der Augsburger Kammgarn-Spinnerei im Textilviertel ist ein herrlicher Ort für Aufführungen. Sein morbider Charakter und die zur Schalldämpfung aufgehängten Filzmatten verleihen dem Raum einen Flair, der Jazzkonzerte, klassische Musik und elektronische Klänge gleichermaßen trägt. Letztere waren beim zweiten Konzert der Reihe Verknüpfungen des Projektes Mehr Musik! zu hören, die sich als Schnittstelle zwischen Neuer Musik und Elektronik versteht. Von Eric Zwang-Eriksson
Eine direkte Umsetzung dieser Schnittstelle fand sich in Pèter Köszeghys eröffnender Komposition Schach (2004) für Altblockflöte (hervorragend vielseitige Solistin: Sophia Rieth) und elektronisches Zuspielband. Christian Wolffs Komposition Metal & Breath (2007) für Metallmaterialien, Stimme, Atem und Blasinstrumente, vom Mehr Musik! Ensemble souverän dargeboten, nutzte neben herkömmlichen Instrumenten auch Sägeblätter, Orgelpfeife und andere metallene Tonerzeuger. Vinko Globokars La Ronde (1972) machte mit seinen lamentierenden Instrumenten, Streitgesprächen und versöhnlichen Harmonien das Publikum lächeln und überzeugten in der glanzvollen Darbietung des Ensembles.
Tönendes Gemüse
Weniger überzeugend hingegen die beiden Beiträge des Klangklubs Elektronik unter der Leitung von Sebastian Giussani. Dem von fünf Elektronikern vorgetragenen komp f. wbstuhl e version3 mangelte es an dramaturgisch sinnvollem Spannungsbogen, der Einspielung eines Workshop-Ergebnisses deepwater horizon gar an Protagonisten - wem sollte da noch applaudiert werden?
Erfrischender tönte das Gemüse in der Komposition MP3DNA, die sich der musikalischen Umsetzung des Themas Gentechnik zuwendet. Als Teil eines europaweit angesiedelten Langzeitprojektes brachten die beiden Komponisten Friedrich Stockmeier (Gemüse) und Peter Michael von der Nahmer (Elektronik) ein Zwischenergebnis zu Gehör.
Ein anregender und facettenreicher Abend, der die Schnittstelle erneut auslotete.
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