"Wir haben wieder mehr Gäste, aber wir haben noch nicht das Niveau erreicht, auf dem wir vor der Verkaufsdiskussion waren", sagt Anna Gaßner, die das Café und den Wellness-Bereich betreibt. Als die Stadt zu Jahresbeginn einen Verkauf des Jugendstilbades ins Gespräch brachte, blieben ihre Gäste weg. Viele hätten die Schließung befürchtet oder das Gefühl bekommen, dass das Bad eine Baustelle sei. Das eine ist vom Tisch, das andere falsch.
Nach der Sommerpause läuft der Badebetrieb seit September wieder und die Gäste kommen. "Es dürften aber noch ein paar mehr sein", sagt Anna Gaßner. Das drücken auch die Zahlen aus, die das Sport- und Bäderamt hat: Demnach bezahlten im Oktober 4687 Gäste Eintritt fürs Schwimmbad - ein Jahr zuvor waren es 5047. Für die Kombination aus Sauna und Bad ist nur der Vergleich mit 2008 möglich, da die Sauna im Vorjahr zunächst geschlossen war. Heuer wählten im Oktober 2179 Menschen die Kombination aus Sauna und Bad, 2008 waren es 2413 Menschen.
Die Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: "Sie sind noch nicht sehr aussagekräftig", sagt der Bereichsleiter Bäder im Sport- und Bäderamt der Stadt, Werner Steierberg. Gutes Wetter wie dieses Jahr wirke sich immer negativ auf Hallenbäder aus. Er sagt jedoch auch: "Die Diskussion um die Schließung hat dem Stadtbad geschadet."
Werner Steierberg hofft auf steigende Besucherzahlen: "Wenn jeder, der für den Erhalt des Bades unterschrieben hat, kommen würde, hätten wir bessere Zahlen", sagt der Bäder-Chef. Fast 17 000 Augsburger hatten sich per Unterschrift in einem Bürgerbegehren gegen einen Verkauf des Bades ausgesprochen. Die Stadt antwortete mit einem Bäderkonzept, das den Erhalt des Alten Stadtbades vorsieht.
Nächstes Jahr soll das defekte Dampfbad für mehr als 400 000 Euro saniert werden. Sport-Bürgermeister Peter Grab hofft, dass bald Aufträge vergeben werden können. Derzeit werde ein Sauna-Konzept erarbeitet. Sobald der Kämmerer dem zustimmt, könnten dank einer Verpflichtungsermächtigung die Aufträge vergeben werden.
Auch die "Freunde des Alten Stadtbades" ruhen sich nicht aus. Der Verein, der sich im Zuge der Verkaufsdiskussion gegründet hat, weißelte den Eingangsbereich des Bades. Gleichzeitig entstand ein Buch über das Jugendstil-Juwel, das Ende des Monats vorgestellt werden soll. Schriftführerin Anna Gaßner kündigt weitere Aktionen an und hat eine klare Botschaft: "Wer für das Alte Stadtbad ist, soll kommen."