Freundeskreis hilft, außerplanmäßig ein neues Reptilienhaus zu bauen. Ohne weitere Spenden ist nicht genug Geld da


Auch an diesem Tag ist kein einziger Mensch im Reptilienhaus. Trist und hässlich steht der Betonbau da. Seit die Riesenschlangen und Alligatoren nicht mehr da sind, machen Besucher einen Bogen um das Gebäude. Die Anlage, die keiner sehen will, ist zum Problemfall geworden.
Direktorin Barbara Jantschke musste die Freunde des Augsburger Zoos zu Hilfe rufen. Der Verein will nun Geld beisteuern, um einen Neubau hinzustellen. Doch allein schafft er das nicht. Vorsitzender Herbert Mainka bat gestern selbst öffentlich um Hilfe.
„Das Projekt kommt für uns absolut außerplanmäßig und sprengt unseren finanziellen Rahmen“, sagt er. Deshalb sei man dringend auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. 480000 Euro wird das neue Reptilienhaus kosten.
Die Zoofreunde helfen seit Jahren beim Neubau von Gehegen, weil die Stadt dafür zu wenig Geld hat. Dennoch hatte der Verein ganz andere Pläne als das Reptilienhaus. Nun aber steckt der Zoo im Dilemma: Die Alligatoren wurden abgegeben, weil im Gebäude von 1980 keine artgerechte Haltung mehr möglich war. Und dann mussten auch noch die Riesenschlangen im großen Terrarium wegen einer Viruskrankheit getötet werden (wir berichteten). Die neue Attraktion sollen Warane werden. Im veralteten Reptilienhaus will sie aber keiner sehen.
Ab Juni soll Baubeginn für ein modernes Haus sein – eine helle Konstruktion mit viel Holz und Glas. Der achteckige Baukörper ist so ausgelegt, dass ein Rundgang an den Terrarien vorbei möglich ist. Im Mittelpunkt steht eine attraktive Anlage, in der sich die neuen Bindenwarane aus Asien drinnen und draußen tummeln können. „Wir sehen uns in der Pflicht zu helfen“, sagt Mainka. Im Sommer 2012 soll das neue Reptilienhaus fertig sein.
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