Bereits im November 2009 vollzog die islamische Gemeinschaft den ersten Teil im Rahmen einer großen Feier. Seither hat sich auf dem Grundstück an der Donauwörther Straße gegenüber der Paul-Renz-Sportanlage nichts mehr getan. „Unser Problem ist nach wie vor der fehlende Kanalanschluss“, sagt Saeed Gessler von der Ahmadiyya-Bauabteilung in Frankfurt. Ohne Entwässerung könne man nicht mit dem Bau beginnen.
Dass in weiten Teilen der Donauwörther Straße kein Abwasserkanal vorhanden ist und Grundstücke deshalb in der Regel über hinterhalb liegende Areale ans System angeschlossen werden müssen, war der Gemeinde beim Erwerb nicht bekannt. Seit einem halben Jahr werde nun versucht, dieses Problem auch mit Hilfe eines Anwalts zu lösen, so Gessler. Mit einer benachbarten Hausgemeinschaft sei man zwar im Gespräch, habe aber bislang keinen notariellen Vertrag abschließen können. Als Alternative erwägt Ahmadiyya nach eigenen Angaben nun den Bau einer Kleinkläranlage auf dem eigenen Grundstück.
Davon wiederum rät Peter Haller vom Abwasserbetrieb des Tiefbauamts ab. Er schlägt den Bau einer Druckleitung vor, bei der das Abwasser mittels Pumpe in den Kanal befördert wird. Dies sei sowohl funktioneller als auch hygienischer als die Kleinkläranlage und von den Kosten vergleichbar. Wie die Lösung für das Ahmadiyya-Grundstück genau aussehen kann, sollte mit einem Entwässerungsplaner besprochen werden, meint Haller. Unabhängig davon, wie rasch das Abwaserproblem gelöst wird, ist der Baubeginn der Moschee nicht vor Herbst 2012 vorgesehen. „Nach unserer Finanzplanung sind wir bis September in anderen Städten tätig“, sagt Gessler. Wie berichtet, soll die rund 600000 Euro teure Moschee ausschließlich aus Eigenmitteln finanziert werden und Platz für bis zu 140 Gläubige bieten.
Der Bau des Gotteshauses hat eine lange Vorgeschichte: Als die Pläne bekannt wurden, schlugen die Wellen der Empörung in Oberhausen hoch. Die Gemeinde verzichtete deshalb auf ein Minarett. Eine Nachbarschaftsklage wurde mit einem Vergleich beigelegt. Die islamische Gruppierung hat zugesagt, ihre Parkplätze mit einer zwei Meter hohen Lärmschutzwand von dem ans Grundstück anschließenden Mehrfamilienhaus abzugrenzen.