Schon nachgezählt, wie viele Preise Sie inzwischen haben?
Leuchtenberg: Seit August sind es acht Filmpreise: Allein im November wurden wir bislang dreimal ausgezeichnet. Dazu kommt noch der Drehbuchpreis von 2008.
Das klingt nach Preisverleihungsstress ...
Leuchtenberg: Neulich haben wir uns am Wochenende aufgeteilt. Martin ist zu den Festivals nach London und Bradford gefahren, ich bin nach Graz zum Multimediapreis und unsere Animatorin Onni Pohl fuhr zum Filmfestival nach Lünen.
Wie kann man sich die Zeremonie für Preisträger vorstellen, so ähnlich wie beim Oscar in Hollywood?
Wallner: Es ist unheimlich spannend. Man sitzt im Publikum und wartet darauf, wer aufgerufen wird. Bis endlich die Filmtitel und Namen genannt werden. Beim Award in Bradford waren die Statuen vorne aufgereiht, und ich dachte mir noch, die find' ich hübsch, so eine hätte ich auch gerne. Und dann bekam ich sie.
Kommen Sie aus dem Feiern überhaupt noch heraus?
Wallner: Oft haben wir uns gedacht, wir gönnen uns einen Tag, um unseren Kater auszukurieren, aber dazu ist keine Zeit.
Warum?
Wallner: Wir sind mit verschiedenen Projekten sehr ausgelastet. Zurzeit arbeiten wird daran, unsere Produktionsfirma Dancing Squirrel aufzubauen. Außerdem ziehen wir in ein neues Studio. Das ist so viel auf einmal, dass man kaum Zeit hat zum Luftholen.
Wie hat sich Ihr Leben durch Ihren Erfolgsfilm verändert?
Leuchtenberg: Vorher haben wir drei Jahre im Keller gesessen und unseren Film produziert. Jetzt sind wir sehr froh, dass wir in der oberen Liga der Animationsfilme mitspielen können. Und die Reisen zu den Festivals sind eine schöne Abwechslung. Man kommt an Orte, an die man sonst nie hinkommen würde. Neulich sind wir innerhalb von sechs Tagen von München nach Kiew, wieder nach München, von dort nach Berlin, dann nach Hof und wieder zurück gefahren.
Besuchen Sie alle Festivals, auf denen Ihr Film läuft?
Wallner: Bisher wurde er auf rund 30 Festivals gezeigt. Wir besuchen aber nur relativ wenige. Mehr können wir uns zeitlich und finanziell nicht leisten. Meistens wird nur die Übernachtung gezahlt, nicht die Anreise.
Welcher Preis hat Sie am meisten gefreut?
Leuchtenberg: Wenn man gegen Filme mit realen Schauspielern gewinnt, ist das der absolute Wahnsinn. Das war in Odense und in Berlin so.
Haben Sie schon so etwas wie Starstatus in der Szene?
Wallner: Der Starstatus ist für uns weit weg, auch wenn wir jetzt viele Preise gewonnen haben. Animationsfilme sind nicht so interessant für die Medien, und Kurzfilme gelten eher als Einstiegsprojekte für den Nachwuchs.
Haben Sie auf den Festivals Stars kennen gelernt?
Wallner: Wir haben in Hof Senta Berger gesehen und in Kiew Gerard Depardieu, Fanny Ardant und viele andere. Wir haben aber mit keinem von den Stars geredet. Für uns ist es spannender, andere Regisseure kennenzulernen. Man erfährt viel, was wichtig ist fürs Geschäft.
Was planen Sie nach ihrem Erfolgsfilm?
Leuchtenberg/Wallner: Wir stehen am selben Punkt wie viele junge Filmemacher aus der Szene, die sich fragen, sollen wir jetzt etwas Größeres machen?
Im Internet
gibt es eine Auflistung aller Preise und Details zum Film unter:
www.lostbox.de