Es könnte als letzter Weckruf der Polizei verstanden werden: Sollte die Zahl nächtlicher Exzesse und Gewalttaten in der Maximilianstraße nicht dauerhaft gesenkt werden, bleibt aus Sicht der Ordnungshüter nur eine Antwort: Die Stadt muss über die Wiedereinführung der Sperrstunde nachdenken.
Gestern informierten Polizei-Vizepräsident Werner Strößner und der Leiter der für die Innenstadt zuständigen Dienststelle, Werner Bayer, wie die Polizei gegenwärtig die „Partyszene“ beurteilt. Es ist kein schönes Bild, das da beschrieben wurde: Verstärkt würden Polizeibeamte von angetrunkenen Personen attackiert. Der Respekt gegenüber den Uniformierten sinke, nicht selten mischten sich zunächst unbeteiligte Dritte in die Auseinandersetzungen mit ein. Bei der Gewalt gegen Polizisten bleibt es nicht allein, so Strößner und Bayer. Auch unter den Partygängern, die zu früher Stunde nach Hause ziehen, wachse die Aggression. Die meisten von ihnen seien oft stark betrunken, die Hemmschwelle sinke.
Die Polizei will diesem nächtlichen Treiben nicht länger zusehen. Deutlich mehr Polizisten, die von Donnerstag bis Samstag eingesetzt werden, sollen für mehr Sicherheit sorgen. Sie sollen frühzeitig eingreifen, wenn sich eine Eskalation abzeichnet. „Ziel ist es nicht, die friedlich feiernden Gäste in die Schranken zu weisen“, sagt Strößner. Es sei eine gezielte Aktion der Polizei gegen Straf- und Gewalttäter.
„Präsenz zeigen“ – so lautet das Konzept, das seit zwei Wochen greift. Zusätzlich zu den normalen Streifen, die nachts ihren Dienst verrichten, kümmern sich zwischen zehn und 30 Beamte speziell um die Situation in der Maximilianstraße. Beamte der Polizeiinspektion Mitte erhalten Verstärkung von der Bereitschaftspolizei und dem Einsatzzug. „Es ist sicher nicht immer gewährleistet, dass auch tatsächlich 30 Beamte im Dienst sind“, sagt Bayer. Ziel sei es aber, bis in die Morgenstunden mit mindestens zehn Beamten vor Ort zu sein.
Dass mehr Einsatzkräfte nachts in der Maxstraße unterwegs sind, fällt auch deshalb auf, weil die Polizisten leuchtfarbene Kleidung tragen. Die Polizei will gesehen werden. „Wir wollen Ansprechpartner für die Bürger sein, die uns in diesen Nächten auf etwas hinweisen“, erläutert Bayer. Erste Erfahrungen an den zurückliegenden beiden Wochenende hätten gezeigt, dass Wirte und Bürger die verstärkten Fußstreifen positiv aufnehmen.
Ordnungsreferent setzt auf die Einsatzkräfte
Für konkrete Erkenntnisse sei es aber noch zu früh. Das Konzept mit der verstärkten Polizeipräsenz werde den gesamten Sommer über umgesetzt werden. Hoffnung, dass es weniger Lärm und Randale in der Maxstraße gibt, setzt die Polizei auch auf die neu eingeführte Regelung, wonach bekannte Schläger ein Hausverbot in den Kneipen erhalten. „Wenn diese Maßnahmen aber nicht greifen, dann müssen es eben andere Maßnahmen sein“, kündigten Strößner und Bayer an.
Ordnungsreferent Volker Ullrich, der sich vehement gegen die Wiedereinführung der Sperrzeit ausspricht, setzt auf die Arbeit der Polizei, um Auswüchse einzudämmen: „Gerade die Präsenz von Polizei und Ordnungsdienst sind mit der Schlüssel zum Erfolg.“