Freitag, 20. Oktober 2017

21. Februar 2013 11:37 Uhr

Polizistenmord

Prozessauftakt: Angeklagter geht auf Konfrontation zum Gericht

Polizistenmord in Augsburg vor Gericht: Mit Tränen und einer Beleidigung begann am Morgen das Verfahren gegen die zwei mutmaßlichen Mörder. Von Sascha Borowski, Ulrike Jochum und Holger Sabinsky-Wolf

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Die 57 und 59 Jahre alten Brüder Rudi R. und Raimund M. sollen im Oktober 2011 den Augsburger Streifenbeamten Mathias Vieth bei einer Kontrolle im Augsburger Siebentischwald erschossen und dessen Kollegin durch einen Streifschuss verletzt haben. Nach mehrwöchigen Ermittlungen wurden beide im Dezember 2011 gefasst. Sie haben sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.

Strengste Sicherheitsvorkehrungen am Landgericht

Der Prozess vor dem Augsburger Schwurgericht ( hier der Liveticker zum Nachlesen)begann unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. So wurden alle Zuschauer vor Betreten des Saals penibel durchsucht, sieben Polizisten bewachen die beiden Angeklagten auf ihrer Anklagebank. Die Ermittler hatten offenbar Hinweise auf einen geplanten Ausbruchsversuch von Rudi R. Er habe möglicherweise vorgehabt, aus dem Gefängnis zu flüchten, einen Augsburger Richter als Geisel zu nehmen und so seinen Bruder frei zu pressen.  

Im Oktober 2011, wurde in Augsburg der Polizist Mathias Vieth ermordet. Polizeireporter Jörg Heinzle fasst am Tatort den Stand der Ermittlungen zusammen.

Schon vor Verlesung der Anklageschrift im voll besetzten Saal wurde die Verhandlung wegen eines Antrags der Verteidiger unterbrochen. Die Anwälte wollten erreichen, dass ihren Mandanten während der Verhandlung keine Fußfesseln tragen müssen. Die Strafkammer des Augsburger Landgerichts entschied aber nach einer 30-minütigen Beratung, dass die permanente Fesselung angesichts der schweren Tatvorwürfe und der Gefährdungslage notwendig und angemessen sei. Der Staatsanwalt, der sich ebenfalls für eine Fesselung der Angeklagten ausgesprochen hatte, wurde in der Verhandlung vom Angeklagten Rudi R. als "Dreckskerl" bezeichnet.

Ohnehin ging der Angeklagte Rudi R. schnell auf einen deutlichen Konfrontationskurs gegen das Gericht. Die Vorwürfe gegen ihn nannte er "Märchen". Er beschwerte sich über die Haftbedingungen, sprach vom Faschismus, der in Bayern Tradition habe. Einen ganz anderen Eindruck vermittelte sein Bruder Raimund M. Der an Parkinson leidende 59-Jährige kam sichtlich angeschlagen und zitternd in den Gerichtssaal, weinte sogar, sprach sehr leise.   

Die Witwe des getöteten Polizisten Mathias Vieth hatte bereits angekündigt, den Prozess nicht vor Ort zu verfolgen. Ihr Anwalt Walter Rubach ließ mitteilen, die Familie - Vieth hinterlässt auch zwei Kinder - wolle in Ruhe und Privatheit trauern. Der Prozess sei erneut eine schwere Belastung für sie.

Als Nebenklägerin verfolgt die Kollegin des getöteten Polizisten den Prozess. Sie war in jener Oktobernacht leicht verletzt worden. Der erste Anblick der beiden mutmaßlichen Mörder im Gerichtssaal nahm sie sichtlich schwer mit. Immer wieder wurde die junge Beamtin von ihrer Anwältin getröstet.

Polizistenmord Augsburg: Es wird ein Indizienprozess

Rudi R. und Raimund M. sind wegen Mordes, versuchten Mordes, mehrerer Raubüberfälle seit 1999 und Waffendelikten angeklagt. Sie hätten aus Hass auf den Staat gehandelt, sagte Staatsanwalt Dischinger in seiner Anklage. Sie hätten Mathias Vieth getötet, weil sie eine Straftat verdecken wollten - und sie hätten dabei die Arg- und Wehrlosigkeit der Polizisten ausgenutzt. Vieth habe in jener Nacht nicht mit einem Schusswaffeneinsatz gerechnet. Daher sei er ohne Deckung auf die beiden Täter zugegangen. Dann trafen ihn sieben Schüsse aus den Waffen der Angeklagten.

Beide Angeklagte ließen zu Prozessbeginn erklären, dass sie sich nicht zu den Vorwürfen äußern wollen. Das Verfahren dürfte also ein reiner Indizienprozess werden, das Gericht hat  bis Jahresende fast 50 Verhandlungstage geplant. Zudem sollen 200 Zeugen vor dem Augsburger Schwurgericht gehört werden. Mit einem Urteil ist frühestens Ende des Jahres zu rechnen.

Hier finden Sie hier der Liveticker zum Nachlesenzum Nachlesen. (mit dpa) 

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