In schwindelerregender Höhe arbeiten zwei Männer über dem Plärrergelände. Schaulustige beobachten, wie sie mit wendigen Bewegungen und wachsamem Blick einen riesigen Kran dirigieren. 300 Tonnen wiegt der stattliche Koloss zum Lastenheben. Doch der Kran ist – eigentlich – die kleinere Attraktion. Die Aufmerksamkeit auf dem Herbstplärrer wird heuer dem Fahrgeschäft gelten, das er gerade aufbaut: dem Riesenrad „Expo-Star“.
Aus der Froschperspektive verfolgt Geschäftsführer Oscar Bruch, wie die violetten Stützpfeiler des knapp sechzig Meter hohen Riesenrads in die Senkrechte gebracht werden. „Der Teufel steckt im Detail“, sagt Bruch. Bis die bis zu 43 Tonnen schweren Einzelteile an Ort und Stelle sind, kommen die zehn Mitarbeiter ganz schön ins Schwitzen. Anfang nächster Woche muss der Aufbau des insgesamt 400 Tonnen schweren Riesenrads abgeschlossen sein, damit die umliegenden Schausteller für ihre Fahrgeschäfte freie Bahn haben.
Von Routine sei trotz zahlreicher früherer Stationen nicht die Rede: „Damit nichts passiert, müssen wir jedes Mal aufs Neue sehr sorgfältig und vorsichtig arbeiten“, sagt Bruch. In den nächsten zwei Tagen kommt außerdem die Aufsichtsbehörde zur Kontrolle. 50000 Euro kostet der Transport mit zwanzig Lkw von Berlin, der letzten Einsatzstätte des „Expo-Star“, samt der Kranmontage auf dem Plärrer. Erstmals in Betrieb ging das Riesenrad im Jahr 2000 auf der Weltausstellung Expo in Hannover.
Trotz imposanter Größe empfiehlt Geschäftsführer Bruch auch Menschen mit Höhenangst – „vom Kleinkind bis zur Oma“ – eine Fahrt: „Fahrgäste fühlen sich in den vierzig geschlossenen Kabinen für jeweils acht Personen geborgen.“ Von Anfang an sei das Riesenrad laut Bruch eng mit Augsburg verbunden: Hergestellt wurde es von der Firma Gerstlauer aus Münsterhausen in der Region. (vd)
Termin: Der Herbstplärrer läuft vom 26. August bis 11. September.