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Präsidentenwahl an der Uni Augsburg: Sabine Doering-Manteuffel: Eine Frau mit neuen Ideen

Präsidentenwahl an der Uni Augsburg

Sabine Doering-Manteuffel: Eine Frau mit neuen Ideen

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    Eine Frau will ganz nach oben: Volkskunde-Professorin Sabine Doering-Manteuffel will Unipräsidentin werden.
    Eine Frau will ganz nach oben: Volkskunde-Professorin Sabine Doering-Manteuffel will Unipräsidentin werden. Foto: Foto: Kaya

    Am 8. Juni ist Präsidentenwahl an der Uni Augsburg. Es geht um viel – um das beste Zukunftskonzept, um die Generationenfrage in der Führungsspitze und nicht zuletzt darum, ob künftig ein Mann oder erstmals eine Frau die Geschicke der Alma Mater lenkt. Als Kandidaten konkurrieren bei der Wahl Physikprofessor Alois Loidl und Volkskunde-Professorin Sabine Doering-Manteuffel. Wir sprechen mit beiden über ihre Pläne, heute mit Sabine Doering-Manteuffel.

    In Ihrem Büro steht ein Satz an der Wand: „Phantasie ist wichtiger als Wissen.“ Das hört sich fast provokativ an im Arbeitszimmer einer Wissenschaftlerin ...

    Doering-Manteuffel: Dieser Satz stammt von Albert Einstein, der mir als unkonventionelle Persönlichkeit sehr gefällt. Er bedeutet, dass am Anfang immer eine Idee steht, aber natürlich wollen wir nicht auf Wissen verzichten.

    Wie sehen Sie sich selbst als Wissenschaftlerin?

    Doering-Manteuffel: In einer Zeit, in der viele Spezialisten sind, fange ich als Wissenschaftlerin in meinem Forschungsbereich immer wieder mit neuen großen Projekten an. Diese Vielseitigkeit erleichtert mir die Kandidatur fürs Präsidentenamt.

    Was bedeutet Ihr Bekenntnis zur Vielseitigkeit für die Zukunft der Universität?

    Doering-Manteuffel: Ich will eine ganzheitliche Universität mit Bildung, nicht nur mit Kompetenz. Der Begriff Kompetenz wurde mir in letzter Zeit zu stark betont. Man muss auch in andere Fächer hineinblicken, sich mit dem allgemeinen Tagesgeschehen und mit Zukunftsfragen beschäftigen. Wir bilden die Elite des Landes aus. Sie sollte Zusammenhänge erkennen und kritikfähig sein.

    Wie wollen Sie das in der Praxis erreichen?

    Doering-Manteuffel: Ich möchte den Ausbau der gesamten Universität unter Wahrung der Gleichgewichte vorantreiben. Als regionale und internationale Universität haben wir Studierende in allen Bereichen – in den Wirtschaftswissenschaften genauso wie in Jura, Natur-, Sprach- und Kulturwissenschaften.

    Welches wissenschaftliche Profil sollte die Universität entwickeln?

    Doering-Manteuffel: Wenn man heute Großforschung betreibt, muss man darauf achten, dass viele verschiedene Fächer beteiligt sind. So plane ich zwei neue Forschungszentren: eine hochkarätige Naturwissenschaft mit Wirtschaftsanteilen und ein Zentrum, das Forschungen in Geistes- und Sozialwissenschaften wie in Jura bündelt. Eine Transferstelle soll dann diese beiden Zentren vernetzen.

    Ihr Konkurrent bei der Wahl, Alois Loidl, spricht sich für eine leistungsorientierte Forschung aus, die sich am Markt orientiert...

    Doering-Manteuffel: Ich halte viel von der Verbindung zwischen Unternehmertum und Universitäten. Diese Verbindung wird überall auf der Welt gepflegt. Sie darf aber nicht das alleinige Maß sein. Mir geht es nicht nur um Hightech, sondern darum, auf komplexe Probleme komplexe Antworten zu geben, etwa mit der Risikoabschätzung von neuen Technologien auch durch Sozialwissenschaftler und Juristen.

    Wie stehen Sie zu einer neuen achten Fakultät, die Ingenieure ausbildet?

    Doering-Manteuffel: Wirtschaftsingenieure sind auf dem Markt sehr begehrt. Die achte Fakultät ist auf jeden Fall eine Überlegung wert. Es ist zu früh, diese Frage abschließend zu beantworten. Wir brauchen Erfahrungen mit den neuen Studiengängen. Auch bei der Angewandten Informatik wurden erst die Studienprogramme aufgebaut, danach kam die Fakultätsgründung.

    Bringen Sie genug Erfahrung fürs Präsidentenamt mit?

    Doering-Manteuffel: Es ist unstrittig, dass Alois Loidl mehr Erfahrung hat. Aber ich arbeite mich sehr schnell ein. Durch meine 17 Jahre an der Universität Augsburg sind mir die Fakultäten und die wichtigsten Problemkreise vertraut. Ich habe das nötige Hintergrundwissen, ich habe Strategien und neue Ideen – und ich bin eine klare Entscheiderin.

    Führt eine Frau anders als ein Mann?

    Doering-Manteuffel: Ich bin teamorientiert, höre gut zu und nehme die Menschen ernst.

    Ihr Schlussplädoyer in einem Satz: Warum soll man Sie wählen?

    Doering-Manteuffel: Ich vertrete die ganze Universität in allen ihren Zweigen und stehe mit 53 Jahren für die nächste Generation. Interview: Alois Knoller, Eva Maria Knab"Meinung

    Kommenden Dienstag lesen Sie in unserer zeitung ein Interview mit Präsientschaftskandidat Alois Loidl.

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