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Stadteile: Sanierung zeigt die Spuren der Zeit

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Sanierung zeigt die Spuren der Zeit

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    Die Decke der ehemaligen Synagoge ist nur in Fragmenten erhalten. Die Sanierung hat diesen Zustand fixiert.
    Die Decke der ehemaligen Synagoge ist nur in Fragmenten erhalten. Die Sanierung hat diesen Zustand fixiert. Foto: Silvio Wyszengrad

    Die Sanierung der ehemaligen Synagoge in Kriegshaber ist abgeschlossen. Nach fast dreijähriger Bauzeit kann das Gebäude künftig als Zweigstelle des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg Schwaben genutzt werden. Rund 1,6 Millionen Euro haben die Instandhaltungsarbeiten gekostet.

    Betritt man den zweistöckigen ehemaligen Kultraum, fragt man sich auf den ersten Blick, was hier saniert worden ist. Die Holzböden sind abgeschabt und alt, die Malerei an der Decke des Tonnengewölbes ist abgeblättert und nur in Fragmenten erhalten. Auch der Thoraschrein wurde nur geringfügig überarbeitet und gereinigt. Auf den zweiten Blick allerdings sieht man, wie behutsam und raffiniert die nötigen technischen Neuerungen angebracht wurden, ohne den historischen Zustand zu überdecken. Moderne LED-Leuchten in den Wänden, dezente, mattgraue Stahlträger, wo es die Statik erforderte. Ein Aufzug ermöglicht den barrierefreien Zugang und auch ein neues Treppenhaus wurde eingebaut, damit die künftigen Seminarräume in der ehemaligen Rabbinerwohnung bequem erreicht werden können. Bei der Sanierung sei es darum gegangen, Oberflächen und Materialien zu bewahren, und nicht einen idealisierten Zustand herzustellen, der die Spuren der Geschichte vernichten würde, erklärte Augsburgs Baureferent Gerd Merkle. Die Instandsetzung sei nach streng konservatorischen Gesichtspunkten durchgeführt worden. So wurde beispielsweise die schwer beschädigte Raumdecke nicht restauriert, sondern die abblätternde Farbe nur mit einer Spezialtechnik wieder befestigt.

    Oberbürgermeister Kurt Gribl freute sich, dass die ehemalige Synagoge in seinem Heimatstadtteil jetzt wieder für die Bevölkerung zugänglich ist. In seiner Kindheit und Jugend habe das Gebäude stets etwas geheimnisumwobenes, aber auch Unantastbares gehabt.

    Die ehemalige Synagoge werde jetzt in Schritten als Zweigstelle des Jüdischen Kulturmuseums in Gebrauch genommen, erklärte dessen Leiterin Benigna Schönhagen. Die Öffentlichkeit soll sich am 18. Mai im Rahmen eines Tages der offenen Türe das erste Mal die sanierten Räume in Kriegshaber anschauen können.

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