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24. Februar 2009 23:25 Uhr

Augsburger Justizpalast

Sanierungsfall: Spechte löchern die Gerichtsfassade

Das Augsburger Strafjustizzentrum an der Gögginger Straße wird ab dem Frühjahr aufwendig umgebaut. Der damals 76 Millionen Mark teure Komplex weist, nur acht Jahre nach seiner Fertigstellung, mehrere Baumängel auf. Von Peter Richter Von Peter Richter

Der Augsburger Justizpalast hat 76 Millionen Euro gekostet. Jetzt wird eine neue Sicherheitstechnik eingebaut. Kosten: 600.000 Euro.

Unter anderem muss die Fassade für einen sechsstelligen Betrag renoviert werden. Ein Teil der Arbeiten wurde bereits erledigt. Überraschend schnell setzten sich an den Außenmauern nämlich Algen an. Zudem übt ihr Putz auf Spechte einen unwiderstehlichen Reiz aus. Sie hämmern Löcher in die wärmeschützende Isolierung. Beidem soll jetzt durch einen Silikonanstrich abgeholfen werden.

Ein "Dauerbrenner" ist zudem die Drehtür am Eingang des Gebäudes, in dem mehr als 400 Menschen arbeiten. Die Tür ist nahezu ständig defekt und steht nun wieder einmal seit mehreren Monaten. Wegen des schweren Sicherheitsglases bricht die Aufhängung oder die Steuerung versagt. Für den pleitegegangenen Türenhersteller hat Günter Ludwig vom staatlichen Bauamt nach längerer Suche Ersatz gefunden. Das Gebäude soll noch in diesem Jahr eine neue Drehtür erhalten.

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Doch auch in punkto Sicherheit soll nun einiges geschehen. Die große Eingangshalle wird dazu umgestaltet. Die laut Helmut Hertel, Geschäftsleiter am Landgericht, 600 000 Euro teure Maßnahme löst ein "Provisorium" ab.

Der Metalldetektor und das Röntgengerät für die Taschenkontrolle sind Überbleibsel des Augsburger Flughafens, als dieser noch einer besseren Zukunft entgegensah. Zudem sollen neue, meterhohe Trennwände aus Glas sicherstellen, dass niemand sich an der Kontrolle vorbeischmuggeln kann. Richter, Staatsanwälte und andere Justizangehörige können dann, sofern sie einen Chip besitzen, die Glaswand durch Drehkreuze passieren.

Im Prozesssaal versteht man oft die Zeugen nicht

Eines der größten Probleme, die schlechte Akustik im großen Gerichtssaal 101, wurde gerade noch rechtzeitig vor dem Prozessbeginn zu Ursula Herrmann vergangene Woche behoben. In den vergangenen Jahren hatten Prozessbeobachter immer wieder unter den Folgen eines Flatterechos zu leiden gehabt.

Im Zuschauerraum waren ganze Satzteile wegen sich brechender oder überlagernder Töne bisweilen nicht zu verstehen.

Weil der Austausch der Mikrofonanlage die Lage nicht verbesserte, hat der Gerichtssaal eine neue Rückwand bekommen. Sie besteht aus einem Glasgranulat, dessen schallschluckenden Eigenschaften sich beim Berliner Hauptbahnhof bewährt haben.

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