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Augsburg: Schüler (16) späht Computernetz des Anna-Gymnasiums aus

Augsburg

Schüler (16) späht Computernetz des Anna-Gymnasiums aus

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    Ein Schüler des Anna-Gymnasiums hat an einem Computer alle Tastureingaben gespeichert – und gelangte so an sensible Daten.
    Ein Schüler des Anna-Gymnasiums hat an einem Computer alle Tastureingaben gespeichert – und gelangte so an sensible Daten. Foto: Archivbild, Johannes Graf

    Einem Schüler des Anna-Gymnasiums ist es gelungen, ins Computersystem der Schule einzudringen und und Zugriff auf sensible Daten zu bekommen. Unter anderem soll der 16-Jährige so vorab an eine Schulaufgabe in Latein gelangt sein. Schulleiter Peter Schwertschlager bestätigte auf Anfrage entsprechende Informationen unserer Zeitung. Für den Schüler hatte der Fall Konsequenzen. Unter anderem läuft jetzt ein Strafverfahren gegen ihn.

    Die Schulleitung kam dem Schüler auf die Schliche, weil es an dem Gymnasium entsprechende Gerüchte gegeben haben soll. Offensichtlich hat der Zehntklässler Erkenntnisse seiner Spähaktion mit anderen Mitschülern geteilt. Zumindest soll eine Schulaufgabe in Latein in der Klasse plötzlich erstaunlich gut ausgefallen sein. „Wir hatten Hinweise und haben deshalb ganz gezielt gesucht“, sagt der Schulleiter.

    Der Schüler drang nicht von außen – wie ein Hacker – ins Computernetzwerk der Schule ein. Er benutzte einen sogenannten Keylogger. Das ist ein Gerät, das meist wie ein harmloser USB-Speicherstick aussieht und an den Computer oder die Tastatur angeschlossen wird. Das Gerät zeichnet alles auf, was über die Tastatur eingegeben wird. So kann man auch Passwörter ausspähen.

    Schule: Vertrauen missbraucht

    Der 16-jährige Schüler habe offiziell Zugang zu dem betroffenen Rechner, der von Lehrern genutzt wird, gehabt, heißt es. Peter Schwertschlager bestätigt: „Er hat seine Vertrauensstellung ausgenutzt.“ Das durch den Schüler verursachte Datenleck am Anna-Gymnasium hat intern für Aufsehen gesorgt – es ist es der erste Fall dieser Art in Bayerisch-Schwaben, der bislang bekannt geworden ist. „Wir hatten so etwas vorher nicht“, sagt Herbert Schuhknecht, Stellvertreter des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Schwaben.

    Das Anna-Gymnasium ist seit dem Jahr 2012 „Referenzschule für Medienbildung“. Deshalb sei dort das Computernetzwerk besser ausgebaut als an den vielen anderen Schulen, sagt Schuhknecht. Entsprechend attraktiv ist es damit auch für Schüler, die sich einen Vorteil davon versprechen, wenn sie an Daten der Lehrer gelangen. Man sei durch den Vorfall wachsam geworden, so Schuhknecht, „aber es ist uns bewusst, dass man jedes Netzwerk knacken kann.“

    Schulleiter: "Harsche Konsequenzen"

    Es hat offenbar einige Zeit gedauert, bis der 16-Jährige enttarnt wurde. Angeblich las er auch E-Mails von Lehrern mit. Man habe darauf mit „harscher Konsequenz“ reagiert, sagt Schulleiter Schwertschlager. Dass der Schüler von der Schule verwiesen worden sein soll, will er aus Datenschutzgründen nicht bestätigten. Das Gymnasium hat die Spähaktion auch bei der Polizei gemeldet. Jetzt läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Ausspähens von Daten gegen den Schüler. Der Keylogger ist sichergestellt worden.

    Abgeschlossen sei das Verfahren aber noch nicht, sagt Polizeisprecher Siegfried Hartman. Deshalb könne er auch noch nichts dazu sagen, wie umfangreich Daten ausgespäht worden sind. Dem Schüler, der bisher bei der Polizei nicht aufgefallen war, droht eine Strafe nach dem Jugendstrafrecht. Konsequenzen hat die Spähaktion nicht nur für den 16-jährigen Schüler selbst. Die auffallend gute Latein-Schulaufgabe ist hinterher annulliert worden. Die Zehntklässler mussten deshalb noch einmal eine Schulaufgabe schreiben. Und die, so wird erzählt, fiel dann wieder normal aus.

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