Den Augsburgern ist das Gelände als Schauplatz des früheren deutsch-amerikanischen Volksfests oder von Zirkusgastspielen vertraut. In Zukunft soll auf dem Areal zwischen Reinöhl-, Somme- und Bürgermeister-Ackermann-Straße die Bildung die Hauptrolle spielen: Die Hermann-Schmid-Akademie (HSA), bislang auf dem Riedinger-Gelände bei der MAN beheimatet, will in Kriegshaber einen Neubau für das Gros ihrer Schulen sowie das Rudolf-Diesel-Technikum errichten. Geschäftsführer Hermann Schmid spricht von einer Investition in Höhe von 15 Millionen Euro.
Vor 24 Jahren hat sich der Diplom-Ingenieur mit dem Diesel-Technikum auf dem Riedinger-Gelände selbstständig gemacht. Seither ist die Bildungsstätte, bei der sich Facharbeiter in verschiedenen Sparten weiterqualifzieren und ihr Fach-abitur machen können, stetig gewachsen. Seit einigen Jahren ergänzen zwei Berufsfach-, eine Wirtschafts- und eine Realschule sowie ein Gymnasium (das jetzt allerdings eingestellt wird) das Angebot.
Im Schulgebäude ist es zu eng
Mit rund 650 Schülern vom Zehnjährigen bis zum Erwachsenen ist die Akademie in der ehemaligen Fabrikhalle an ihre räumlichen Grenzen gestoßen. „Es ist eng hier und entspricht zumindest äußerlich nicht mehr den heutigen Vorstellungen“, sagt Schmid. Auch habe er einige Klassen auslagern müssen.
Der Wunsch nach einem Neubau treibt den Geschäftsführer seit längerem um. Zunächst wollte er das Vorhaben auf dem Sheridan-Areal in Pfersee verwirklichen, jetzt ist er mit der Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung (AGS) wegen des Grundstücks in Kriegshaber im Gespräch. Da sich die Vertragsverhandlungen noch hinzögen, laufe ihm allmählich die Zeit davon. „Der Mietvertrag in der Riedingerstraße läuft im August 2013 aus. Wir wollten eigentlich jetzt im März mit den Baggern auffahren“, sagt Schmid.
Nach seinen Angaben besteht der Neubau aus insgesamt vier Geschossen (Unter- und Erdgeschoss sowie erster und zweiter Stock) und verfügt über rund 6500 Quadratmeter Gesamtfläche. Architekt ist Dr. Stefan Schrammel, der die Akademie auch als Dozent kennt. Neben Klassen- und Laborräumen wird das Gebäude unter anderem Aufenthaltsräume, einen Verwaltungstrakt und eine Kantine beherbergen. Hermann Schmid geht davon aus, dass der Freistaat knapp die Hälfte der Baukosten übernimmt. Die Bildungsstätten sind privat, mit Ausnahme von Realschule und Gymnasium aber staatlich anerkannt, und kosten monatlich zwischen 135 Euro (Wirtschaft) und 220 Euro (Technik) Schulgeld.
Die Keimzelle der HSA, die Technikerschule, wird auch im Neubau den größten Raum einnehmen. Schmid ist stolz auf seine Absolventen, die „bayernweit die besten Ergebnisse“ erzielen. Das Gros beende die zweijährige Ausbildungszeit mit dem Fachabitur, viele Teilnehmer studierten danach. Wenn der Neubau in Kriegshaber steht, möchte sich der Geschäftsführer in den Ruhestand verabschieden. „Ich werde bald 69.“ Der Generationswechsel soll innerhalb der Familie erfolgen. Tochter Sabine-Nicole Schmid, bereits heute als Stellvertreterin in der Akademie tätig, ist als Nachfolgerin gesetzt.