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Augsburg: Schwule und Lesben an der Uni rufen "Hilfe"

Augsburg

Schwule und Lesben an der Uni rufen "Hilfe"

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    Am „queeren Brett“ an der Uni Augsburg  wurden Plakate abgerissen.
    Am „queeren Brett“ an der Uni Augsburg wurden Plakate abgerissen. Foto: Maximilian Neuman

    Plakate werden abgerissen, Texte überschmiert – und das seit Monaten. Das Referat für Schwule und Lesben der Studentenvertretung an der Uni Augsburg fühlt sich deshalb massiv angegriffen. Jetzt wissen sich die Aktiven vom „Queerreferat“ nicht mehr anders zu helfen: Per Facebook haben sie einen Hilferuf an Kommilitonen verschickt.

    Studenten werden aufgerufen, Ausschau nach den Plakat-Frevlern zu halten. „Solltet ihr jemanden sehen, der sich am queeren Brett zu schaffen macht und nicht Flo oder Max ist, gebt uns so schnell wie möglich Bescheid“, bitten Florian Rummler und seine Mitstreiter. Die Polizei habe man bisher nicht eingeschaltet, sagt Rummler. Weil es sich um Sachbeschädigung mit geringem finanziellen Schaden handelt, verspricht er sich von einer Anzeige gegen Unbekannt wenig Erfolgschancen.

    Das Queerreferat will die Provokationen aber auch nicht mehr weiter tatenlos hinnehmen. Wie Rummler berichtet, nehmen Unbekannte schon seit Jahren immer mal wieder Plakate der Schwulen und Lesben ab. Es gebe auch Schmierereien mit dem Tenor „haut ab ihr konfliktscheuen Schwuchteln“. Seit etwa zwei Monaten häufen sich die Vorfälle.

    Wer ist der Übeltäter?

    Die studentische Vertretung der Schwulen und Lesben will aber nicht nur die Übeltäter ausfindig machen, die das „queere Brett“ mit Terminankündigungen abräumen und damit Veranstaltungen torpedieren. „Wir wollen auch wissen, was der Grund dafür ist“, sagt Rummler. Man wolle in jedem Fall das Gespräch suchen, auch wenn es nicht um gezielte Kritik, sondern um allgemeine Vorbehalte gegen Schwule und Lesben gehen sollte.

    Wer hinter den Störaktionen steckt, darüber gibt es noch keinerlei Informationen, offenbar nicht einmal einen Verdacht. Rummler selbst macht kein Geheimnis daraus, dass er schwul ist. „Mein Umfeld weiß darüber Bescheid.“ Er erlebe aber auch keine direkten Anfeindungen gegen seine Person, sagt er.

    Nicht unumstritten sei allerdings die Existenz des Queerreferats und dessen Arbeit. Im Studentenparlament sei in den vergangenen Jahren immer wieder mal darüber diskutiert worden, ob ein solches Referat an einer weltoffenen Universität überhaupt notwendig ist.

    Nach Rummlers Einschätzung ist das Queerreferat das aktivste Referat der Studierendenvertretung an der Uni Augsburg. Ein kleiner Kreis von bis zu fünf Aktiven treffe sich regelmäßig mit 15 bis 25 gleichgesinnten Studenten. Pro Semester stemmen sie gemeinsam bis zu 20 Veranstaltungen. Dass die Vertretung auch an der Universität Augsburg gebraucht wird, davon ist Florian Rummler überzeugt. Er beruft sich auf Studien, wonach fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung schwul, lesbisch oder bisexuell sind. Umgerechnet auf die Uni wären das rund 1000 Studenten.

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