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Sorge vor Mautflüchtlingen

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Sorge vor Mautflüchtlingen

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    Im Süden Augsburgs steigt die Sorge vor Mautflüchtlingen. Foto: Fastl
    Im Süden Augsburgs steigt die Sorge vor Mautflüchtlingen. Foto: Fastl Foto: Fastl

    "Wenn die Mautpflicht auf vierspurigen Bundesstraßen am 1. Juli 2011 in Kraft treten sollte, ist mit enormem Lkw-Schleichverkehr auf der parallel verlaufenden alten B17 zu rechnen", sagt Grünen-Stadtrat Christian Moravcik. Er befürchtet, dass das die sowieso bereits extrem hohe Lärmbelastung entlang der alten B17 wieder verschärfen würde. Maßnahmen wie die Aufbringung von Flüsterasphalt auf Höhe der Tattenbachstraße verpufften, wenn sich in einigen Monaten deutlich mehr Lkw-Verkehr durch Haunstetten wälzen würde.

    CSU-Stadtrat Josef Hummel würde das Anliegen grundsätzlich unterstützen. "Ich bezweifle aber, dass es nennenswert genutzt wird. Die Lkws verlieren sehr viel Zeit und sparen sich höchstens zwei oder drei Kilometer. Es bringt effektiv nichts, die alte B 17 zu nutzen." Gegen eine "Insellösung" spricht sich auch die SPD-Stadträtin Margarete Heinrich aus. Es bringe nichts, wenn bei der Problematik nicht auch Königsbrunn, Gersthofen, Inningen und Göggingen eingebunden werden, erklärte sie. Auch der Untere Talweg spielt bei dieser Thematik eine Rolle. Ein Verbot würde Heinrich grundsätzlich aber auch unterstützen. "Der Weg ist das Ziel. Ich will auf keinen Fall eine Klage wie in Dinkelsbühl wegen der B 25." In der mittelfränkischen Stadt reichten mehrere Spediteure Klage gegen die Sperrung der B 25 für den Schwerlastverkehr ein. Diese erfolgte, um Schleichverkehr zu unterbinden.

    "Wer bezahlt für die Überwachung?"

    Peter Stöferle, Verkehrsexperte der Industrie- und Handelskammer Schwaben erwartet keinen Schleichverkehr von größerem Ausmaß. "Finanziell spart sich die Spedition vielleicht 1,50 Euro. Das wird durch den zeitlichen Verlust nicht ausgeglichen. Es lohnt sich höchstens für Fahrer, die Richtung München wollen, weil sie auch noch ein Stück Autobahn einsparen." Laut Stöferle bedauert die IHK, dass das ursprüngliche Konzept von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nun wohl doch nicht kommt. "Die ursprünglichen Pläne sahen vor, dass Bundesstraßen innerorts ausgenommen sind", so der Verkehrsexperte. Je nach Euro-Norm zahlen die Lkw 15 bis 20 Cent je Kilometer, so Stöferle.

    Sollte ein Durchfahrtsverbot eingeführt werden, wollen die Grünen verstärkte Kontrollen. Christian Moravcik: "Gerade am Anfang muss gezeigt werden, dass ein Verstoß gegen ein solches Verbot geahndet wird. Nur so kann Haunstetten auch wirklich von einem stark zunehmenden Lkw-Verkehr verschont bleiben." Hummel steht dem skeptisch gegenüber. "Kontrollstellen zu errichten ist teuer, wer bezahlt für die Überwachung?"

    Für ein solches Verbot sieht Augsburgs Tiefbauamtsleiter Josef Weber keine Chance. "Damit wären große angrenzende Gebiete entlang der Landsberger und Haunstetter Straße für Schwerlastverkehr nicht mehr erreichbar. Die Straßen haben eine Erschließungsfunktion. Ein Verbot ist mit der Straßenverkehrsordnung nicht vereinbar."

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