Der Kultusminister fordert den Verbleib der Filme im Kinderkanal.
Einen Kinderkanal ohne Augsburger Puppenkiste kann sich auch der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle nicht vorstellen. „Der Kinderkanal sollte intensiv daran arbeiten, solch medienpädagogisch wertvolle Beiträge wie die Augsburger Puppenkiste oder die des Kinderbuchautors Paul Maar zum Maßstab für das Programmprofil zu machen und sich nicht am Privatfernsehen zu orientieren“, erklärte Spaenle am Montag. Leider beschreite der Kika verstärkt den Weg zu Soaps, Castingshows und Programmtrailern, die die Jüngsten zum Verbleib vor dem Bildschirm verleiten sollten.
Dem neuen Programmprofil mussten „Jim Knopf“ und „Urmel aus dem Eis“ weichen. Die Entwicklung stellt für den bayerischen Kultusminister den medienpädagogischen Ansatz des Kika infrage. „Ich kann diese dramatische Entwicklung nur bedauern“, sagte er.
Spaenle reagierte damit wohl auf einen Beitrag des Bayerischen Fernsehens vom Freitag, worin Puppenkiste-Chef Klaus Marschall verneinte, dass die Marionettenfilme angeblich zu langsam und zu langweilig für die Kids von heute seien. „Ich bin sehr froh, dass unser Anliegen von Kultusminister Spaenle aufgenommen wird“, sagte Marschall gegenüber unserer Zeitung. „Ich weiß nicht, ob dies die Ansicht des Kinderkanals ändern wird, aber es zeigt sich, dass wir nicht ganz falsch liegen.“ In einem Brief werde er dem Kultusminister für seine Stellungnahme für die Puppenkiste danken.
Marschall weiß sich von amerikanischen Studien bestätigt, dass Kinder mit sehr schnellen Filmschnitten überfordert sind und ihre Konzentration messbar darunter leidet. Er bezweifelt, dass Kinder heute solche Sehgewohnheiten hätten. „An was gewöhne ich mich? An das, was mir ständig vorgesetzt wird“, sagt er. Den BR-Beitrag möchte Marschall als Mitschnitt auf der Puppenkiste-Homepage veröffentlichen. (loi)
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