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Augsburg: Therapeut wegen Missbrauchs verurteilt

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Therapeut wegen Missbrauchs verurteilt

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    Wegen sexuellen Missbrauchs in seiner Praxis muss ein Physiotherapeut voraussichtlich demnächst ins Gefängnis.
    Wegen sexuellen Missbrauchs in seiner Praxis muss ein Physiotherapeut voraussichtlich demnächst ins Gefängnis. Foto: dpa (Symbolbild)

    Wegen sexuellen Missbrauchs einer Patientin in seiner Praxis muss ein Physiotherapeut voraussichtlich demnächst ins Gefängnis. Der Masseur, der seit Anfang der 90er Jahre eine gut gehende Praxis betreibt, ist vor dem Amtsgericht zu einer Haftstrafe von 16 Monaten verurteilt worden. Verurteilt wurde er nur für einen der ursprünglich 20 angeklagten Fälle – den schwerwiegendsten.

    Am Ende des Prozesses äußerte sich Richter Thomas Kessler überzeugt von der Schuld des Angeklagten. Auch wenn es für die Tat keine objektiven Beweise gibt, weil der Physiotherapeut und sein vermeintliches Opfer, eine 23-Jährige, an jenem Nachmittag allein gewesen waren. Der 48-Jährige, ein verheirateter Familienvater, hat die Vorwürfe entschieden bestritten. Über seinen Verteidiger Dietmar Geßler, der auf Freispruch plädierte, hat er angekündigt, das Urteil anzufechten.

    Auch Zuhörer im Gerichtssaal fragten sich zunächst, als zu Prozessbeginn Staatsanwalt Karl Pobuda die Anklage verlas, warum eine Frau immer wieder zu einem Therapeuten geht, der sie – versehentlich oder mit Absicht – immer wieder an intimen Stellen berührt.

    Der Zeugenauftritt der 23-Jährigen machte dann manches verständlich. Die Arzthelferin, die an einer Wirbelsäulenverkrümmung leidet, und der Therapeut kennen sich schon länger. Sie arbeitete bei einem Arzt im Nebengebäude. „Ich habe ihm vertraut“, so die Zeugin. „Ich bin ein sehr schüchterner Mensch“, beschrieb sie sich selber.

    Bei dem Angeklagten hatte die junge Frau, wie sie dem Gericht schilderte, anfangs nur den Oberkörper frei machen müssen. Später sei sie völlig nackt da gelegen. Auf Anraten ihrer Mutter, der sie von den Massagemethoden berichtet hatte, wechselte sie den Therapeuten, war aber bald zum Angeklagten zurückgekehrt. „Er hat mir besser geholfen“, erklärte sie. Bei einer Massage soll der Angeklagte sie dann plötzlich massiv im Intimbereich berührt haben.

    Das Opfer hat das Geschehen bis heute nicht verkraftet

    Die Eltern der Frau und ihr Freund schilderten, wie sie die 23-Jährige nach einem Anruf in der Nähe der Praxis völlig aufgelöst angetroffen hatten. Gemeinsam erstattete man sofort Anzeige bei der Polizei. Obwohl dies schon mehr als ein Jahr zurückliegt, habe ihre Mandantin das Geschehene bis heute nicht verkraftet, sagte Rechtsanwältin Marion Zech. Ihre 23-jährige Mandantin nimmt die Hilfe eines Psychotherapeuten in Anspruch.

    Über den Angeklagten berichtete ein Kripobeamter, dass er Pornofilme vorwiegend sadomasochistischer Art angeschaut habe. Der Mann hat sie sich – was nicht strafbar ist – in seiner Praxis im Internet betrachtet. Die einschlägigen Seiten waren 6500 Mal aufgerufen worden. Aus „technischem Interesse“ wie der Angeklagte behauptete. Mehr wollte er nicht dazu sagen.

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