Der falsche Tiger-Alarm am Montag war teuer, so viel steht fest. Wie viel der Großeinsatz genau gekostet hat, ist nach wie vor nicht errechnet. Gestern war von rund 10000 Euro die Rede. „Das ist aber nur eine grobe Schätzung“, sagte Polizeisprecher Hieronymus Schneider. Es könnte auch noch einiges dazu kommen – alleine die Flugstunde eines Polizeihubschraubers wird mit rund 3000 Euro veranschlagt.
Offen ist jedoch, ob die vier Jugendlichen aus Gersthofen, die den schlechten Scherz ausgeheckt haben sollen, am Ende wirklich zur Kasse gebeten werden. Nach Möglichkeit will die Polizei die Kosten für den Einsatz einfordern. Informationen unserer Zeitung zufolge wird die Behörde aber vermutlich erst das Strafverfahren gegen die Beteiligten abwarten.
Der Richter könnte eine Wiedergutmachung festlegen
Die drei Anrufer, die am Montagnachmittag bei der Polizei meldeten, ein Tiger laufe frei im Augsburger Siebentischwald herum, sind 14, 15 und 18 Jahre alt. Außerdem soll ein weiterer 14-Jähriger an dem „Spaß“ beteiligt gewesen sein. Sollte es zu einem Prozess kommen, werden mit großer Wahrscheinlichkeit alle vier nach dem Jugendstrafrecht bestraft – auch der 18-Jährige. Der Richter könnte bereits im Prozess zumindest eine teilweise Wiedergutmachung festlegen. Möglich wäre auch, dass die Jugendlichen Sozialstunden ableisten müssen.
Ob bei ihnen und ihren Eltern dann noch weiteres Geld eingefordert wird, entscheidet sich, so wie es aussieht, nach dem Strafprozess. Unklar ist auch, wie viel die Beteiligten überhaupt zahlen können.
Nachdem der schlechte Scherz am Montag aufgeflogen war, behaupteten die Jugendlichen zuerst, sie hätten Haschisch geraucht. Sie wollten ihre Verhalten wohl mit einem Drogenrausch erklären. Für die Polizei steht inzwischen aber fest, dass sie bei der Tat nicht unter Drogeneinfluss standen. Jörg Heinzle