Ein harter Einschnitt für eine Brauerei, die seit 1488 eine Brautradition nachweisen kann. Die Augusta-Brauerei am Lauterlech gibt zum Jahresende ihre Bier-Produktion im eigenen Sudhaus auf. "Wir bauen zukünftig auf eine Partnerschaft mit der Unterbaarer Brauerei, die zukünftig unser Bier nach unseren Rezepten braut", bestätigt Brauereichef Peter Josef Engelsmann Informationen der AZ.
Der Standort in der Jakobervorstadt bleibt wie der Name erhalten. "Das Familienunternehmen wird nicht verkauft", bekräftigt Engelsmann. Weiterhin werden die am Freitag beginnende Jakober Kirchweih und die Königsbrunner Gautsch mit Gerstensaft beliefert.
Drei Mitarbeiter verlieren den Arbeitsplatz
In vierter Generation leitet Engelsmann den Betrieb mit zehn Mitarbeitern. Der "brutale Wettbewerb" in der Branche hat dem Traditionsunternehmen zugesetzt. Zuletzt machte dem Brauer zu schaffen, dass Plärrer-Festwirt Dieter Held im Schaller-Zelt nun das Bier von Thorbräu ausschenkt (AZ berichtete). Der Wechsel sorgte für einen heftigen Streit und Vorwürfe. Rund 1000 Hektoliter Umsatz gingen damit verloren. Ein herber Verlust für Engelsmann, der in dieser Sache von der Stadt mehr Unterstützung erwartet hätte. Der Jahresausstoß liegt bei der Augusta-Brauerei bei rund 15 000 Hektoliter. Neben dem Rückgang machte ein Investitionsstau zu schaffen.
Rund 400 000 Euro hätte die Erneuerung des Sudhauses gekostet, ein Neubau gleich einige Millionen. So kam Engelsmann auf die Kooperation mit Albrecht Freiherr Groß von Trockau von der Schlossbrauerei Unterbaar. Sie baut im Jahr 2011 ein neues Sudhaus und hat noch Kapazitäten frei.
Engelmann legt Wert darauf, dass sich außer dem Brauort nichts verändert. "Rezept, Etikett, Namen, Eigentumsverhältnis, Getränkemarkt und Lieferservice der Getränkefahrer - alles bleibt so, wie es ist."
Auch Standort und Anlagen in Augsburg bleiben erhalten. Das Unternehmen sei wirtschaftlich solide, betont Engelsmann. Mit der Kooperation, die in der Branche oft beschritten werde, wolle man Kosten sparen und Synergien nutzen. Drei Mitarbeiter verlieren allerdings ihren Job, für zwei gibt es aber schon einen neuen Arbeitsplatz.
"Wir sparen Kosten und in der Altstadt gibt es weniger Lärm und Emissionen", sagt Engelsmann. "Von der breiten Angebotspalette der Unterbaarer Schlossbrauerei können zusätzlich die Kunden profitieren."
Dass das eigene Bier-Angebot etwas reduziert wird, sei aber möglich. "Vielleicht wird es kein leichtes Helles und dunkles Weizen mehr geben." Engelsmann betont, dass er mit "Herzblut" weiter seinen Beruf als Brauereichef ausübe. Wenn sich eine neue Situation ergebe, könne er wieder kurzfristig die Bierproduktion zurückholen. "Ein neues Sudhaus ist nicht für immer gestrichen", sagt der 49-Jährige.
Mehr Kunden, aber weniger Absatz
Der Rückgang des Bierumsatzes habe sich schon in den 70er Jahren angedeutet. Engelsmann. "In den letzten zehn Jahren konnten wir die Zahl unsere Kunden im Gastronomiebereich verdoppeln, trotzdem hatten wir einen Bier-Rückgang um 20 Prozent." Es werde einfach immer weniger Bier getrunken.