Der Vertrag von Intendant Ulrich Peters vom Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz wird nicht verlängert. Peters war zuvor Chef am Augsburger Theater.

Intendant Ulrich Peters darf das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz nur noch bis 2012 leiten. Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) habe ihn darüber informiert, dass sein Vertrag nicht verlängert werde, sagte Peters laut Mitteilung am Donnerstag in einer Ansprache an Mitarbeiter und Ensemble. Gründe habe er nicht angegeben.
"Ich bedaure diese Entscheidung zutiefst. Nach über zwei Jahren harter Arbeit für dieses wunderbare Theater, dem ich mit großer Leidenschaft vorstehe, ernten wir gerade in dieser Spielzeit spürbar die Früchte unserer Arbeit für das und mit dem Publikum", erklärte der Intendant. Die Amtszeit von Peters endet am 31. August 2012.
Das Ministerium habe nochmalige Gespräche in Aussicht gestellt. Dort hieß es hingegen, eine Vertragsverlängerung sei nicht vorgesehen. "Dass Verträge nur auf eine bestimmte Zeit geschlossen werden, ist in der Theaterwelt ein völlig normaler Vorgang", sagte Heubisch laut Mitteilung.
Die Entscheidung sei auch vor dem Hintergrund der im Mai 2012 beginnenden dreijährigen Renovierungsphase für das Haus erfolgt. Die Planungen für die neue Besetzung der Intendanz seien im Gange. Weitere Verträge an dem Theater seien derzeit nicht betroffen.
Das Staatstheater am Gärtnerplatz wird nach einem Kabinettsbeschluss ab Frühjahr 2012 generalsaniert. Während der Arbeiten kann das Haus nicht bespielt werden, es soll auf andere Spielstätten in München und Umgebung ausgewichen werden. "Der Übergang in die dreijährige Sanierungsphase ab 2012 ist von existenzieller Bedeutung für Theater und Ensemble und muss mit großer Umsicht geplant werden", erklärte Peters.
"Das Zeichen für eine so schwerwiegende Zäsur zu diesem Zeitpunkt halte ich für fatal und gefährlich für den Fortbestand dieses unverzichtbaren Kulturstandorts."
Peters bedankte sich bei den Mitarbeitern und dem Ensemble. Es sei in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen "oft steinigen Weg" mit ihm gegangen. "Gerne hätte ich ihn bis zur Wiedereröffnung begleitet. So verbleiben zweieinhalb Jahre, in denen wir weiterhin Musiktheater und Tanz auf höchstem Niveau für München und den Freistaat präsentieren werden."
Das Staatstheater am Gärtnerplatz erreicht nach eigenen Angaben in der laufenden Spielzeit mit 78,14 Prozent die höchste Auslastung der vergangenen acht Jahre. Sie habe in den vergangenen vier Monaten durchgehend sogar bei 80 Prozent und darüber gelegen. (dpa,lby)
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