Montag, 24. Juli 2017

10. November 2011 00:13 Uhr

Umstrittener Mahner

Die Rolle von Rolf von Hohenhau

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Offiziell freute sich Rolf von Hohenhau als Vorsitzender der „Neuen Augsburger Mitte“ (NAM): „Das Urteil ist eine Genugtuung für die NAM“, sagte der 67-Jährige am Dienstag. Zuvor hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof den Bebauungsplan für den Umbau des Königsplatzes gekippt.

Rolf von Hohenhau ist aber nicht nur NAM-Chef und Bewohner der Augsburger Innenstadt. Er ist auch Präsident des Bundes der Steuerzahler in Bayern, CSU-Mitglied, ehemaliger Stadtrat und Ehrenvorsitzender des CSU-Kreisverbands Augsburg-West. Alle Ämter sind wichtig, denn der Baron mischt in jeder Funktion in der Augsburger Politik mit – vor allem in der Verkehrspolitik.

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Auf der einen Seite ist Rolf von Hohenhau ein Mahner. Als Chef der NAM, sagt er, geht es ihm darum, „die Lebensqualität in der Innenstadt zu erhalten“. Daher lehnt er die Pläne der Stadt ab, künftig den Verkehr in beiden Richtungen durch  die  Schießgraben-  und Schaezlerstraße zu leiten. Zwei NAM-Mitglieder klagten – mit Erfolg – gegen den Bebauungsplan.

Als Chef des Steuerzahlerbundes kritisiert von Hohenhau städtische Projekte. Im jüngsten Schwarzbuch taucht zum einen der verpfuschte Umbau des Eisstadions auf. Der Steuerzahler-Präsident prangert aber auch regelmäßig den Umbau des Hauptbahnhofs an, wo er immer weiter steigende Kosten und eine Verschwendung von Steuergeldern fürchtet.

Von Hohenhau ist aber mehr als der unabhängige Mahner. Er ist tief vernetzt und verstrickt in der Augsburger Stadtpolitik. Seine Kritik am Umbau des Königsplatzes und des Hauptbahnhofs stellte die CSU schon vor Zerreißproben. Beobachter sehen ihn auch im jüngsten Streit innerhalb der Partei als einen „Strippenzieher“. Von Hohenhau wird zum Lager um CSU-Fraktionschef Bernd Kränzle und den Kreisvorsitzenden im Westen, Tobias Schley, gezählt.

Wie die Gräben verlaufen, machen Aussagen deutlich. Von Hohenhau nannte den von OB Kurt Gribl (CSU) unterstützten ehemaligen Bezirksvorsitzenden Christian Ruck einen „Spaltpilz“. Ruck unterstellte dem Parteikollegen „verletzte Eitelkeit“. Und Gribl beantwortete Kritik am Bahnhofsumbau so: „Wiederholt belästigt von Hohenhau mit dem Steuerzahlerbund seine Heimatstadt und erweist sich damit als Bremsklotz für unerlässliche Entwicklungen.“ (mb)

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Marcus Bürzle

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