Asylbewerber bleiben bis zum Jahresende in der ehemaligen Flakkaserne in Augsburg. Nach dem Brand dort sind einige Räume gesperrt. Von Stefan Krog
Die Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Flakkaserne kann trotz des Feuers am Dienstag (wir berichteten) vorläufig weiter genutzt werden. Im Gebäude, in dem insgesamt 300 Menschen leben, mussten aber rund 30 Flüchtlinge die Zimmer wechseln. „Bei den Löscharbeiten wurden in zwei Räumen die Decken durchnässt“, so Karl-Heinz Meyer, Sprecher der Regierung von Schwaben. Weil ein Herunterbrechen der Decke dort nicht ausgeschlossen werden kann, wurden die Bewohner innerhalb des Hauses umquartiert.
Wie berichtet war in der Asylbewerberunterkunft am Dienstag ein Feuer ausgebrochen. Bewohner sprangen in Panik aus den Fenstern. Es gab zwei Verletzte. Mitarbeiter eines benachbarten Gewerbebetriebs stellten schnell Leitern auf, um den Menschen die Flucht zu ermöglichen. Feuerwehr und Rettungsdienste waren im Großeinsatz. Nach Ansicht von Rettungskräften hätte es schlimmer kommen können, weil die jahrzehntealten Gebäude schwierig zu evakuieren sind. Zur Brandursache gab es gestern noch keine weiteren Erkenntnisse. Am wahrscheinlichsten hält die Kripo nach wie vor einen technischen Defekt an einer Kochplatte.
Der Brand kam einige Tage, nachdem bekannt wurde, dass die Unterkunft vorläufig weiter betrieben wird. Ursprünglich hätte das Lager zum 1. Juli aufgelöst werden sollen, weil der Mietvertrag zwischen der Stadt als Eigentümerin und der Regierung von Schwaben als Betreiber auslief. Allerdings wird der Vertrag nun doch noch einmal bis zum Ende des Jahres verlängert, wie Meyer gestern bestätigte.
Die Stadt will auf dem Gelände Wohn- und Gewerbebebauung errichten. Vorgesehen sind bis zu 200 Wohneinheiten in Stadthäusern für maximal 500 Menschen. Seit Monaten sucht die Regierung darum schon nach einem anderen Standort. Eng wird es auch deshalb, weil Experten weiter steigende Asylbewerberzahlen prognostizieren und die bestehenden Unterkünfte schon überfüllt und – wie in der Calmbergstraße – teils in schlechtem baulichen Zustand sind.
Doch bisher gibt es keinen alternativen Standort, sondern nur Gespräche mit potenziellen Vermietern. „Wir sind in alle Richtungen offen“, sagt Meyer. Allerdings sei es nicht einfach, ein geeignetes Objekt zu finden, weil Rahmenbedingungen wie Größe oder eine Bushaltestelle in der Nähe, erfüllt sein müssen.
Unklar sei, ob man als Ersatz für die Flakkaserne einen großen Standort schaffe oder mehrere kleine, und ob die Unterkunft überhaupt im Augsburger Stadtgebiet eingerichtet wird, so Meyer.
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