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27. Oktober 2011 09:00 Uhr

Bauunterhalt

Vogeltor: Die Stadt schlägt Alarm

Feuchtigkeit macht dem Augsburger Vogeltor aus dem Jahr 1445 zu schaffen. Insgesamt herrscht ein Sanierungsstau bei der Stadtbefestigung.

Das historische Vogeltor am Graben ist laut Stadt gefährdet. Grund sei die ständige Belastung des Gemäuers durch Verkehr, Streusalz und Schadstoffe, so Hochbauamtsleiter Günter Billenstein. Seit zwei Wochen steht im Torbogen ein Gerüst, damit die Schäden genauer untersucht werden können. Laut Billenstein stehen in den kommenden Jahren an vielen Anlagen der Stadtbefestigung Sanierungsarbeiten an.

Gebaut wurde das Vogeltor im Jahr 1445. Es ist eines von vier noch bestehenden historischen Stadttoren (siehe Info). Der Autoverkehr macht der Bausubstanz zunehmend zu schaffen. Schadstoffe und Staub bilden Ablagerungen, die Wasser ins Mauerwerk ziehen. „Bei Messungen ist herausgekommen, dass das Mauerwerk bis in vier Meter Höhe durchfeuchtet ist“, so Steinmetz und Restaurator Gerhard Roth.

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Früher oder später werde die Mauer das Bröseln anfangen, so Billenstein. Nötig wird wohl ein Verputz im Bereich der Autodurchfahrt. Außerdem bereitet das gotische Gewölbe über der Durchfahrt Sorgen. Es bröselt auch zusehends. Gestern war das Landesamt für Denkmalpflege vor Ort, um sich ein Bild zu machen.

Wie hoch die Sanierungskosten sind, ist noch unklar, weil hierzu genauere Untersuchungen nötig sind. Die entscheidende Frage wird sein, wer dafür bezahlt. Denn selbst wenn es eine Förderung geben sollte, kommt auf die Stadt ein Eigenanteil von um die 50 Prozent zu. „Das wird die eigentliche Herausforderung sein. Das bauliche ist das kleinere Problem“, sagt Billenstein.

Insgesamt gibt es mit den alten Stadtbefestigungsanlagen immer mehr Probleme. Grund: Das Vogeltor etwa wurde nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem es weitgehend zerstört wurde, wieder aufgebaut. „Die erneuerte Bausubstanz ist jetzt 50 Jahre alt. Das ist einfach eine Zeit, nach der eine Sanierung fällig wird“, so Billenstein, der von einem „Sanierungsstau“ spricht. Auch Teile der Wallanlagen – etwa im Lueginsland und am Roten Tor – sind gesperrt, weil Befestigungsmauern nicht mehr stabil sind.

Billensteins Wunschvorstellung wäre, jährlich Geld zum Unterhalt der historischen Gemäuer zu bekommen. „Man hört an einem Ende auf und kann am anderen wieder anfangen“, sagt er. Zwar gibt es keinen zusammenhängenden Mauerring mehr, weil große Teile der Stadtmauern im Zuge der Stadterweiterung im 19. Jahrhundert beseitigt wurden, aber insgesamt stehen noch um die vier Kilometer. Die Mauerüberreste in ihrer historischen Substanz zu erhalten, sei gar nicht so einfach. „Man glaubt es nicht, aber es erfordert einen höheren Aufwand, eine Ruine zu erhalten, als einen Neubau.“

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Augsburg | Vogeltor | Innenstadt

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