Angler sieht man überall, an Teichen, Flüssen und Seen. Aber wie populär ist Angeln wirklich? Fangen auch junge Leute gerne einen dicken Fisch? Darüber sprachen wir mit Franz Josef Schick, dem Präsidenten des Fischereiverbandes Schwaben.
Wie beliebt ist Angeln heute?
Schick: Seit den 1960er-Jahren ist Fischen eine große Bewegung geworden, die alle Bevölkerungsschichten erfasst hat. Damals hat der Freistaat entschieden, seine Gewässer nicht mehr an Einzelpersonen zu verpachten, sondern vornehmlich an Vereine, die von da an einen Aufschwung nahmen.
Wie viel Zulauf haben die Fischereivereine in Schwaben heute?
Schick: Es ist eine gewisse Sättigung erreicht, aber es gibt immer noch einen leichten Zuwachs. Wir haben über 20 000 Mitglieder. Davon sind rund 2000 Jugendliche. Teilweise ist die Mitgliederzahl dadurch begrenzt, dass es nur eine beschränkte Zahl von Gewässern gibt. Sie dürfen nicht überfischt werden.
Ist Fischen noch immer Männersache?
Schick: Nein, gerade bei der Jugend sind immer mehr Mädchen dabei.
Bei Wettbewerben geht es oft darum, wer den größten Fisch fängt. Ist Angeln noch mehr?
Schick: Die Jugendarbeit ist uns sehr wichtig. Wir wollen junge Leute an die Natur und die Kreatur heranführen. Sie sollen als Schützer des Lebensraumes Wasser aktiv werden.
Was braucht man zum Angeln?
Schick: Man braucht einen Ausbildungskurs und die staatliche Fischereiprüfung. Dann kann man sich um eine Angelerlaubnis bemühen. In der Regel sind dafür die Vereine zuständig.
Was passiert, wenn man ohne Erlaubnis angelt?
Schick: Dann ist man ein Schwarzfischer. Das ist strafbar. Man riskiert eine Geldstrafe. Bei uns gibt es aber nur noch selten Probleme damit.
Ist Fischen ein teures Hobby?
Schick: Angeln kann sich im Prinzip jeder leisten. Für die Ausbildung und den Fischereischein muss man einmalig mit rund 300 Euro rechnen. Die Kosten für eine Angelerlaubnis sind unterschiedlich. Bei einer Tageserlaubnis kann man schon mit etwa 10 Euro dabei sein. Eher teuer ist das Fliegenfischen, das als exklusiv gilt.
Ein Trend ist das Hochseeangeln. Ist das eine Konkurrenz für die Vereine?
Schick: Für einen Teil der Angler ist es eine Besonderheit, zum Fischen an die Nord- oder Ostsee zu fahren. Für uns ist das keine Konkurrenz.
Geben Sie einen Tipp: Wo hat man in der Region das größte Angelglück?
Schick: Besonders fischreich sind die Baggerseen. Dort kann man Karpfen, Schleien, Hechte und Zander fangen. Gute Chancen hat man auch an Flüssen wie Lech, Wertach, Paar oder Schmutter. Der Lech eignet sich, wenn man Forellen angeln will.
Sie selbst kommen aus einer Familie, die über Generationen hinweg Fischerei betrieben hat. Was war der größte Fisch, den Sie bisher gefangen haben?
Schick: Ein Hecht, den ich aus der Günz zog. Der hatte rund 15 Pfund. Andere Angler fangen viel größere Fische. Interview: Eva Maria Knab