Montag, 23. Oktober 2017

23. Mai 2014 00:35 Uhr

Wilde russische Seele

Frauenband Iva Nova im Grandhotel Von Alexandra Linde

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Das Grandhotel in Augsburg
Foto: Silvio Wyszengrad

Vier St. Petersburger Mädels, ein Schlagzeug, ein Akkordeon, diverse handliche Percussion-Instrumente, ein Keyboard und ein Bass: Seit 2002 touren Iva Nova (eine Wortschöpfung aus einem der häufigsten russischen Nachnamen) quer durch Russland und Europa und verbreiten ihre Version des Folk, Rock, Jazz und Punk. Am Dienstag fanden sie sich dank KarmaN e.V. im Grandhotel Cosmopolis ein. Dieses hat sich auch unter internationalen Künstlern als besonderer Spielort herumgesprochen: Hier treten Bands gegen Hutgage vor Augsburger Publikum, Touristen, Asylheimbewohnern und den überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeitern auf – eine ganz spezielle Atmosphäre garantiert.

Und was Iva Nova – laut russischem Rolling Stone „die coolste weibliche Band in ganz Russland“ – auf ihrer Homepage versprechen, haben sie mehr als eingelöst: einen wilden Mix aus folkloristischen, verträumten Balladen, die dennoch eine ganz eigene Klangfarbe tragen, im Wechsel mit furios gespielten, überwiegend russisch gesungenen Liedern, eine wilde Fusion aus slawischen Ethno-Roots, anarchischem Jazz-Punk-Rock und modernen Klangexperimenten.

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Die Politik bleibt außen vor

Iva Nova musizieren über die Liebe, über große und kleine Gefühle, die Freiheit – jedoch stets privat, Politisches lassen sie außen vor. Dafür schöpfen sie aus einem reichen Fundus an folkloristischen Melodien und Themen. Songs über Hexen oder die Natur mischen sich mit Liedern über die Großstadt und über das Heimweh beim Touren. Überraschend, wie abwechslungsreich Anastasia Postnikovas Stimme sein kann, ein traurig-ruhiges Lied über eine Braut wider Willen (auf Bulgarisch gesungen) verwandelt sich plötzlich in stampfenden Slawen-Beat. Polka kreuzt sich hier sogar mit Techno, dank Synthesizer und Pavel Lasarev als männliche Verstärkung an der Soundmaschine ist alles möglich.

Nach über einer Stunde kraftvoller slawischer Tanzmusik, fein ausbalanciert mit ruhigeren, melancholischen Songs, in denen die russische Seele weint, macht sich beim Publikum der Suchtfaktor breit. Die Frontfrauen Natalia Potapenko (am Akkordeon) und Anastasia, mit feuerrotem wirbelnden Haar, befeuern die Musik mit viel Körpereinsatz. Ekaterina Fedorova gibt am Schlagzeug, das auch alte russische Töpfe und Pfannen im Repertoire hat, Vollgas. Erst nach zwei Zugaben, bei denen die übervolle Kellerbühne brodelt, darf die russische Seele wieder abkühlen. Dank der Hochzeit letzten Samstag zwischen KarmaN-Organisator Manfred Hörr mit Basserin Lena Novikova werden gewiss noch viele Auftritte folgen.

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Augsburg | Russland | Rolling Stone

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