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Manroland: Zwei Drittel der Gekündigten sind noch ohne Job

Manroland

Zwei Drittel der Gekündigten sind noch ohne Job

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    Manroland-Transfergesellschaft vermeldet Erfolge. Foto: Boris Roessler/Archiv dpa
    Manroland-Transfergesellschaft vermeldet Erfolge. Foto: Boris Roessler/Archiv dpa

    Drei Monate nach der Kündigungswelle beim insolventen Druckmaschinenhersteller Manroland haben 212 der betroffenen Mitarbeiter einen neuen Job gefunden. Das teilte Dr. Bernd Nickolay, der Geschäftsführer der Projekt- und Transfergesellschaft PTG, auf Anfrage mit. Während für viele der Betroffenen diese Zahl ernüchternd klingen mag, sind die Arbeitsmarktexperten zufrieden.

    716 Manroländer hatten Ende Januar im Zuge der Übernahme durch die Lübecker Possehl-Gruppe ihre Kündigung bekommen. Der Großteil, rund 96 Prozent, war anschließend in die Transfergesellschaft gewechselt. Sechs Monate haben die Arbeitsmarktexperten der PTG Zeit, die Menschen in einen neuen Job zu vermitteln. Die Hälfte ist nun verstrichen, 31 Prozent haben aber erst einen Job. Schwarz sehen will Nickolay nicht. Im Gegenteil: Mit der bisherigen Vermittlung liege man „ganz gut im Plan“. „Die Mitarbeiter sind äußerst aktiv.“ Die, die schon einen Job haben, seien sowohl bei Großunternehmen als auch bei mittelständischen Betrieben untergekommen. Die Quote derjenigen, die in Leiharbeit beschäftigt sind, liege bei nicht einmal einem Prozent.

    Auch IG-Metall-Chefin Christiane de Santana sieht die Zahlen positiv: „Vor dem Hintergrund, dass wir einen enorm hohen Altersdurchschnitt haben, ist das ein gutes Ergebnis.“ Laut Reinhold Demel seien vor allem die jungen Kräfte gefragt gewesen. Die fehlende Mobilität und die hohen Lohnerwartungen einiger Kandidaten seien jedoch ein Vermittlungshemmnis, sagt der Agenturchef.

    Mehr als die Hälfte sollen wieder in Arbeit kommen

    Viele Betroffenen zeigten sich zuletzt jedoch enttäuscht. Noch im Januar hatten Arbeitsagentur, Politik und andere Unternehmen signalisiert, dass die Jobchancen gut und viele Stellen offen seien. PTG-Chef Nickolay kann die Enttäuschung nachvollziehen: „Eine Ankündigung und eine Vermittlung sind aber immer zwei verschiedene Dinge. Die Mitarbeiter müssen ja auch auf die offenen Stellen passen.“

    Der PTG-Chef geht davon aus, dass in den kommenden Monaten weitere Ex-Manroländer in Arbeit kommen werden. Insgesamt liefen 4750 Bewerbungsverfahren, viele seien noch in Bearbeitung. „Bis eine Entscheidung fällt, das kann in Großunternehmen dauern.“ Nickolays Ziel ist es, mehr als die Hälfte der 750 Menschen zu vermitteln.

    Zwei Transfergesellschaften für ehemalige Manroländer gab es bereits unter seiner Regie. Denn schon in den vergangenen Jahren hatte es Kündigungen beim Druckmaschinenhersteller gegeben. Insgesamt 200 Menschen hat die PTG damals betreut. Nahezu 90 Prozent habe man vermitteln können. Damals waren die Maßnahmen allerdings über zwölf Monate gelaufen. Nach der Insolvenz hatten die Alteigentümer nur Gelder für eine sechsmonatige Transferphase zur Verfügung gestellt. Wer danach noch nicht vermittelt ist, fällt in die Arbeitslosigkeit.

    Gute Nachrichten gibt es für die Betriebsrentner von Manroland. Wie berichtet, warteten zuletzt rund 5000 auf die Quartalszahlung ihrer Bezüge. Die sind zwar trotz Insolvenz gesichert. Die Auszahlung hatte sich aber laut Insolvenzverwalter aus organisatorischen Gründen verzögert. Jetzt ist klar: Mitte Mai wird das Geld fließen. Die Betroffenen wurden bereits informiert.

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