Er hat nicht lange überlegt. Als Alexander Ratschinskij wusste, dass der bewusstlose Mann in der Straßenbahn keinen Puls mehr hatte, half er. „Das war ein Reflex. Ich habe getan, was nötig war“, sagt der 18-Jährige. Er begann eine Herzdruckmassage. Wenig später kam der Rettungswagen. Lothar Ellenrieder vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) sagt: „Der Ersthelfer hat dem Mann wohl das Leben gerettet“.
Alexander Ratschinskij will seine Tat einen Tag später nicht so hoch hängen. „Ich wollte helfen, habe aber nicht daran gedacht, ihm das Leben zu retten.“ Und er sagt sofort, dass ihn eine Frau und ein Mann unterstützt hätten, als der 47-Jährige am Samstagabend in Lebensgefahr schwebte.
Der in Baku (Aserbaidschan) geborene Alexander Ratschinskij war wie der Patient in der Straßenbahnlinie 1 unterwegs. Am Königsplatz bekam der Schüler mit, dass der Mann bewusstlos war. Er eilte hin und tat das, was er vor gut einem Jahr im Erste-Hilfe-Kurs gelernt hatte.
Seine schnellen Wiederbelebungsmaßnahmen waren für den 47-Jährigen die Rettung. Er litt nach Auskunft des BRK an Herzkammerflimmern. „Wie bei allen Formen von Herz-Kreislaufstillstand können nach drei Minuten bleibende Schäden am Gehirn auftreten“, sagt Ellenrieder, der den Rettungsdienst in Augsburg leitet. Der Krankenwagen war nach einer Minute da, doch Ratschinskijs schnelle Hilfe sei entscheidend gewesen. Dem Patienten ging es nach seinen Worten bald besser. „Er hat sich im Zentralklinikum bei den Sanitätern bedankt.“ Ellenrieder lobte Ratschinskij: „Laienhilfe ist das Wertvollste.“ Der Retter selbst hofft, dass sein Beispiel Schule macht: „Keiner sollte Angst davor haben, zu helfen. Jeder, der einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht hat, weiß, wie das geht.“
Weniger erfreulich lief der Polzeieinsatz am Rande ab. Die Beamten mussten einen Gaffer massiv zur Seite drängen. "Kommentar