Eine selbstbewusste Parole haben die Basketballer der BG Topstar Leitershofen/Stadtbergen für den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Pro A ausgegeben: „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, lautet die Kampfansage an die Konkurrenz. Dass die Red Kangaroos diesen markigen Worten mit einem furiosen 86:73-Heimspielsieg gegen Science City Jena auch eindrucksvolle Taten folgen ließen, dürfte ihnen Auftrieb für den Rest der Saison geben – auch wenn sie vorerst weiter den letzten Tabellenplatz belegen.
Doch das störte am Samstagabend in der Augsburger Sporthalle niemanden. Weder die rund 600 Zuschauer, noch die Spieler, die ausgelassen wie die Duracell-Häschen durch die Halle hüpften. Die turbulente Partie hatte die Fans nicht nur in der heißen Schlussphase von den Sitzen gerissen. Von Beginn an feuerten sie unermüdlich ihre Mannschaft an. Und die belohnte sich nach der hauchdünnen 83:85-Niederlage vom vergangenen Wochenende endlich wieder mit einem Sieg.
Kompromisslose Defensivarbeit
Dank einer kompromisslosen Defensivarbeit gegen die stärkste Abwehr der Liga und einem überragenden dritten Viertel. Hier bauten die Gastgeber einen Vier-Punkte-Vorsprung durch schnelle Spielzüge und gelungene Dreier-Würfe von Corey Hassan und Jan Lipke mal eben auf 23 Punkte aus. „Wir haben überragend verteidigt und wollten von Beginn an Präsenz zeigen. Das war heute sicher der Schlüssel zum Erfolg“, lobte Trainer Stefan Goschenhofer sein Team. Selbst wenn es im letzten Viertel noch einmal eng wurde. Der komfortable Vorsprung drohte gegen die nie aufsteckenden Thüringer Punkt um Punkt zusammenzuschmelzen. „Eine kritische Phase. Da waren wir einfach platt“, räumte Goschenhofer ein.
Verständlich, denn das Team hatte zu Beginn der kräfteraubenden Partie zwei Hiobsbotschaften zu verkraften: Center Valerian Zenk fällt aufgrund eines Bandscheibenvorfalls wohl für den Rest der Saison aus, Jonathan Genck verletzte sich im Abschlusstraining am Freitag so schwer am Fuß, dass er wahrscheinlich einige Wochen pausieren muss. So blieben Trainer Goschenhofer acht Spieler, die er sorgsam durchrotieren ließ, zumal Dewayne Richardson mit einer Muskelverhärtung auch leicht angeschlagen in die Partie gegangen war. Doch diejenigen, die auf dem Feld standen, spielten sich den ganzen Frust der letzten Wochen von der Seele – allen voran Jan Lipke, Corey Hassan und Skyler Bowlin. Besonders Bowlin, der quirlige US-Amerikaner, hatte gehörigen Anteil am vierten Saisonsieg der Red Kangaroos. „Der Coach hat gesagt, ich sollte es aggressiver angehen. So haben wir Druck auf die gegnerische Abwehr gemacht. Es war ein großartiges Spiel“, schwärmte der Regisseur. Seine rasant eingeleiteten Angriffe verleiteten Jena immer wieder zu Fouls, seine Sicherheit bei den Freiwürfen hielt die Stadtberger in den Schlussminuten auf der Siegerstraße. „Wow, cool“, kommentierte er denn auch seine exzellente Statistik: 22 Punkte; von 16 Freiwürfen 14 verwandelt, eine Trefferquote von 88 Prozent. Nicht unwesentlich schlechter die Werte seiner sieben Kollegen, die den Tabellensechsten mit ihrem Kampfgeist in die Knie zwangen. „In dieser Form können wir jede Mannschaft in dieser Liga schlagen“, ist Skyler Bowlin überzeugt. Gemäß dem neuen Motto: Die Red Kangaroos sind gekommen, um zu bleiben.