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FC Augsburg: Das Klima wird rauer

FC Augsburg

Das Klima wird rauer

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    Das Klima wird rauer
    Das Klima wird rauer

    Simon Jentzsch war richtig sauer. „Jan, da musst du ,Leo‘ rufen und dann kannst du die Sache klären“, fauchte der Torhüter des FC Augsburg gestern Vormittag seinen Kollegen Jan-Ingwer Callsen-Bracker nach einem Gegentor beim Trainingsspiel an. Der Verteidiger versuchte sich zu verteidigen: „Ich habe es ja gesagt.“ Doch Jentzsch ließ das nicht gelten: „Ich hab es nicht gehört, dann musst du es lauter sagen.“

    Der Umgangston wird rauer beim Bundesliga-Aufsteiger und Simon Jentzsch ist einer, der jetzt öfters seinen Mund aufmacht. 249 Bundesligaspiele hat er in seiner Karriere absolviert, alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Er will gerade als Torhüter nicht zur Lachnummer der Liga verkommen. Er ist jetzt 35, doch immer noch ehrgeizig: „Ich möchte jedes Spiel gewinnen, egal, ob am Sonntagmorgen im Training oder am Samstag im Spiel.“ Diesen unbedingten Siegeswillen haben aber anscheinend nicht alle. Jentzsch sagt: „Wenn ich merke, dass einer in diesem Moment nicht mitzieht, ist es meine Pflicht, etwas zu sagen.“

    Trotz Länderspielpause bittet Luhukay zum Sonntagstraining

    Dass die Augsburger Fußball-Profis am Sonntag trainieren, ist nicht ungewöhnlich. Wenn am Samstag Punktspiel ist, laufen die Akteure, die gespielt haben, aus und der Rest trainiert ganz normal. Dass aber auch in einer Länderspielpause Trainer Jos Luhukay am Sonntag auf den Platz bittet, zeigt deutlich: Jetzt ist Schluss mit lustig. Die Zügel werden angezogen.

    Das ist der FC Augsburg

    Gründungsjahr: 8. August 1907. Vollständiger Name: Fußball-Club Augsburg 1907 e.V.. Rufname: FCA

    Ursprung: Der FCA ist ein Zusammenschluss des BC Augsburg und der Vertragsspielerabteilung des TSV Schwaben Augsburg.

    Vereinsfarben: Rot-Grün-Weiß

    Stadion: SGL-Arena. Fassungsvermögen: 30.660 Plätze. Architekt: Bernhard & Kögl. Spielfläche: 105 x 68 Meter auf Naturrasen. Eröffnung: 26. Juli 2009.

    Vorheriger Spielort: Rosenaustadion. Kapazität: 28.000. Eröffnung: 16. September 1951.

    Präsident: Walther Seinsch

    Trainer: Markus Weinzierl

    Ewiger Zuschauerrekord am 15. August 1973 im Münchner Olympiastadion beim Spiel gegen die Löwen: Rund 90.000 Menschen sahen die Partie.

    Bekannteste Spieler: Ulrich Biesinger: Fußball-Weltmeister 1954 in der Schweiz, A-Nationalspieler

    Helmut Haller: Vizeweltmeister 1966 in England, Teilnahme an der WM 1962 in Chile, Teilnahme an der WM 1970 in Mexiko.

    Bernd Schuster: Europameister 1980 in Italien, Spanischer Meister mit dem FC Barcelona und Real Madrid.

    Armin Veh: Deutscher Meister als Trainer mit dem VfB Stuttgart im Jahr 2007.

    Karlheinz Riedle: Weltmeister 1990 in Italien. Deutscher Meister, Champions-League-Sieger, Weltpokal-Sieger mit Borussia Dortmund.

    Simon Jentzsch macht das nichts aus: „Wir haben einige Laufeinheiten unter der Woche absolviert. Damit habe ich persönlich genauso wenig ein Problem, wie am Sonntag zu trainieren.“ Ein Großteil der Mannschaft legte sogar freiwillige Zusatzschichten ein. Zum Beispiel am Samstagnachmittag. Jentzsch sagt: „Ich denke, das ist das richtige Zeichen. Wir müssen mehr investieren und arbeiten, um aus der Situation rauszukommen.“

    Aber eben nicht alle. Jentzsch will, darauf angesprochen, eigentlich nicht groß darüber reden: „Jeder muss sich bewusst sein: Wenn wir über 100 Prozent geben, dann sind wir konkurrenzfähig.“

    Das Klima beim FCA hat sich dem Wetter angepasst. Es herrscht nicht mehr nur eitel Sonnenschein. Acht Spiele ohne Sieg hinterlassen ihre Spuren. Die Länderspielpause wurde aber nicht nur auf dem Platz genutzt, sondern auch bei der Fehleranalyse. „Wir haben viele einfache Fehler in Dortmund gemacht. Der Trainer hat uns die aufgezeigt. Das sind keine Fehler, die wir nicht beheben können. Aber wir müssen sie abstellen“, sagt Jentzsch. Auch er sei in Dortmund nicht fehlerfrei gewesen: „Ich hätte beim 0:1 vielleicht rausgehen sollen.“ Jentzsch will keine Ausreden mehr gelten lassen. Auch für sich nicht.

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