Montag, 23. Oktober 2017

02. Januar 2017 00:04 Uhr

Schreck am Schachbrett

Waliser Strugnell und Kett entpuppen sich als „Favoritenkiller“

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Am Silvestertag zeigten sich die Teilnehmer des internationalen Schach-Meisterturniers im Gegensatz zu den Jahren zuvor besonders kampflustig: Es gab fünf Partien mit bedingungslosem Wettstreit um den Sieg. Darunter Christoph Lipok und Velislav Kukov, die ungewöhnlich aggressive Spielweisen gewählt oder sich diese aufdrängen hatten lassen.

Als Erster aber schlug Turnierfavorit Eckhard Schmittdiel zu. Nach zwei Auftaktsiegen und den folgenden zwei kurzzügigen Remispartien voll ausgeruht, knöpfte er Dr. Fauth im 22. Zug einen Bauern ab und baute diesen Vorteil routiniert zu seiner dritten Gewinnpartie aus.

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Lokalmatador Christoph Lipok – mit einer schweren Erkältung ohnehin gesundheitlich geschwächt – musste seinem enormen bisherigen Kräfteverschleiß Tribut zollen. Der Waliser Carl Strugnell nahm sein Herz in beide Hände, spielte volles Risiko und konnte mit einem gelungenen Konterangriff um Lipoks in der Brettecke gefangenen König ein Matt-Netz knüpfen.

Diese Überraschung war gelungen, war es doch die erste Niederlage eines Mitglieds des Favoritensextetts. Es sollte nicht die einzige bleiben. Der bisher ungeschlagene Gipfelstürmer Anton Bilchinski erlitt wenig später dasselbe Schicksal. Er zollte einem unscheinbaren Gegenangriff des zweiten Walisers Timothy Kett auf seinem Königsflügel zu wenig Aufmerksamkeit, konzentrierte sich zu sehr auf den Damenflügel und sah sich fast aus heiterem Himmel im 34. Zug matt gesetzt.

Die Favoritenstürze waren aber noch nicht beendet. Auch ein dritter noch unbesiegter Spieler musste die Waffen strecken: Senioren-Exeuropameister Jan Rooze. Velislav Kukov ließ gegen ihn geradezu ein Feuerwerk von Offensivkunst aufblitzen, das ihn seit Jahren zu einem der zuverlässigsten und erfolgreichsten Punktesammler im Zweitligateam des Schachklubs 1908 Göggingen gemacht hat. Er opferte zwei Bauern, um Roozes König in der Brettmitte festzunageln und hebelte damit die unkoordinierte belgische Schlachtordnung aus. In der längsten Partie des alten Jahres war dem Aichacher Fidemeister Wolfgang Mack wenig Glück beschieden. Er musste sich trotz erbitterter Gegenwehr Vorjahressieger Pavel Yanev geschlagen geben. (jmp)

Einzelergebnisse Yanev – Mack 1:0; Bilchinski – Kett 0:1; Strugnell – Lipok 1:0; Schmittdiel - Dr. Fauth 1:0; Rooze – Kukov 0:1 Tabelle 1. Schmittdiel (4 Punkte), 2. Yanev (3,5), 3. Kukov, Bilchinski und Kett (alle 3); 6. Rooze, Lipok und Carl Strugnell (alle 2,5), 9. Dr. Fauth (1), 10. Mack

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