
Kebap kennen die Amerikaner schon länger, aber ein türkischer Fußballspieler in der amerikanischen Major League Soccer (MLS) ist neu. Der ewige Wandervogel Sercan Güvenisik (31), der das Fußball-Abc beim VSC Donauwörth und dann in der Jugend beim FC Augsburg gelernt hat, wechselt zu den José Earthquakes in Kalifornien.
Schon im Herbst hatte er diesen Wunsch, einen Wechsel ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, geäußert. Damals war für den 31-Jährigen die Welt bei Preußen Münster noch in Ordnung. Dann aber, mag es Unzufriedenheit oder auch Schicksal gewesen sein, wendete sich das Blatt: „Güve“, wie ihn die Fachwelt gerne nennt, überwarf sich mit Trainer Fascher. Die Folge: eine sofortige Suspendierung.
Nun stehen beide nicht mehr auf der Gehaltsliste der Westfalen: Fascher musste seinen Hut nehmen und die Trainerbank für Pavel Dotchev freimachen, Güvenisiks Vertrag wurde mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Der Stürmer hatte um diesen Schritt gebeten, um in die USA gehen zu können. Dort lebt seine Freundin. Preußen Münster verlässt er, wie er sagt, „gespalten“. Inzwischen haben ihn die San José Earthquakes als Neuzugang vorgestellt. Güvenisik hat einen Drei-Jahres-Vertrag für die MLS unterschrieben. Jetzt ist er wenigstens näher bei seiner Lebensgefährtin. Er kickt also künftig in Kalifornien, sie wohnt in Florida.
„Immer noch fünf Stunden mit dem Flugzeug“, hat Güvenisik bei seiner Vorstellung zu Journalisten in Kalifornien gesagt. Beim FCA spielte das damals große Talent in der Saison 1998/99 unter Gerd Schwickert in der ersten Mannschaft (Regionalliga). Teamkollegen des Stürmers, der in 29 Spielen zehn Treffer markierte, waren etwa Tormann Christian Krieglmeier und Stefan Mittelbach, die heute in Gersthofen kicken, oder Peter Gartmann, der seine aktive Laufbahn längst beendet hat. (bih/oll)
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