Konkrete Erkenntnisse, die konnte Jos Luhukay, der Trainer des FC Augsburg, aus dem gestrigen Freundschaftsspiel zwischen dem FC Augsburg und der SpVgg Unterhaching (1:1) vermutlich nicht gewinnen, trotzdem hatte die Partie für den Coach des Zweitligisten ihren Zweck erfüllt. Denn in der Partie, in der fast durchwegs die Edelreservisten Spielpraxis sammelten, standen mit Jonas de Roeck, Andrew Sinkala und Dominik Reinhardt drei Profis, die in den vergangenen Monaten wegen ihrer Verletzungen nur sporadisch (de Roeck) oder gar nicht (Sinkala und Reinhardt) zum Einsatz gekommen sind.
Vor allen Dingen für den Verteidiger aus Franken, Dominik Reinhardt, ging gestern mit seinem Comeback eine lange Leidenszeit zu Ende. Am 16. Mai des vergangenen Jahres, ausgerechnet im zweiten Aufstiegsspiel zur zweiten Bundesliga gegen seinen früheren Verein, den 1. FC Nürnberg, verletzte Reinhardt sich schwer am Knie, wurde zwei Mal operiert und hat nach vielen Stunden im Reha-Zentrum der Hessingpark-Clinic eine ganz schwere Zeit hinter sich.
Gegen den von Klaus Augenthaler trainierten Drittligisten feierte der Profi gestern Nachmittag auf der Paul-Renz-Sportanlage sein Comeback und durfte 45 Minuten Spielpraxis sammeln. „Das hat Spaß gemacht“, strahlte Reinhardt mit der warmen Frühlingssonne um die Wette und fügte an: „Es war schön, wieder mal in einem Spiel auf dem Platz zu stehen.“ Freilich, für den 26-Jährigen war dies erst der Anfang auf dem Weg zurück zu seinem Stammplatz. Denn da ist Reinhardt Realist. „Natürlich bin ich noch nicht so weit, das wäre nach der langen Pause ja verwunderlich.“ Das Timing fehle noch, auch die Zweikämpfe hat er weitgehend gemieden. Doch unter Druck setzen möchte er sich selbst nicht. „Ich lass alles auf mich zukommen. Die Mannschaft spielt gut, doch vielleicht gibt mir der Trainer im Saisonendspurt noch eine Chance.“ Und wenn nicht? „Dann spiele ich in der kommenden Runde halt in der ersten Bundesliga wieder.“ Auch an Andrew Sinkala, seit Oktober ohne Spielpraxis, ging die lange Pause nicht spurlos vorbei. Zum Spiel. Der Zweitligist hatte gegen den sehr ordentlich mitspielenden ehemaligen Bundesligisten das Heft zwar in der Hand, doch die herausgespielten Möglichkeiten wurden zunächst nicht verwertet.
Brinkmann gelingt der Führungstreffer
Erst Daniel Brinkmann gelang in der 53. Minute mit einem 22-Meter-Schuss die 1:0-Führung. Wenig später scheiterte Stephan Hain nach Musterpass von Daniel Baier am glänzend reagierenden Gästekeeper Stefan Riederer, der bei den Hachingern für Darius Kampa zwischen den Pfosten stand. Auf der anderen Seite machte auch FCA-Schlussmann Mohamed Amsif einen sicheren Eindruck und vollbrachte seine größte Tat, als er in der 68. Minute gegen Yasin Yilmaz rettete. Machtlos war Amsif jedoch in der letzten Minute. Abdenour Amachaibou glich zum 1:1 aus.