Die Sicherheitsmaßnahmen auf dem Oktoberfest 2011 sind hoch wie in den vergangenen Jahren. Zwar betonte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), dass es – anders als vor zwei Jahren – keine konkreten Hinweise auf einen Terroranschlag gebe. Trotzdem hat die Stadt München bei der Sicherheit noch einmal nachgelegt, 180 Poller sollen die Eingänge des Festgeländes schützen. Die massigen Hindernisse sind dazu bestimmt, Attentäter in Autos voll Sprengstoff aufzuhalten.
Im Normalfall kommen Fahrzeuge nicht in die Nähe der Wiesn. Um das Areal herum gibt es einen dreistufigen Sicherheitsring, der für Autos gesperrt ist. Nur registrierte Lieferanten dürfen bis auf die Wiesn fahren, selbst für Taxis ist schon vorher Schluss. „Das Sicherheitskonzept der vergangenen Jahre hat sich bewährt. Deswegen haben wir es nur angepasst, wo es noch verbesserungswürdig war“, sagt Wolfgang Wenger, Pressesprecher der Münchner Polizei.
Provisorische Absperrungen in den Vorjahren
So bei den Pollern. Im Jahr 2009 stand die Wiesn auf einer Liste mit potenziellen Anschlagszielen von Terroristen. Die Polizei stellte daraufhin große Betonsäulen als Hindernisse auf. „Wir haben damals mit allem abgesperrt, was wir hatten“, sagt Wenger. Sogar Einsatzwagen hätten als Hindernisse herhalten müssen. Die mehrere Tonnen schweren, mausgrauen Betonblöcke wirkten allerdings nicht gerade einladend auf Besucher des Oktoberfestes.
Deswegen haben die sperrigen Säulen ausgedient. Ihrer statt blockieren nun 180 schwarze Poller die Eingänge zum Oktoberfest, 80 davon lassen sich im Boden versenken. Die Verantwortlichen der Wiesn setzen auf dezente, wenngleich bestimmte Methoden, das Sicherheitsnetz um das Festgelände zu gestalten, die Zugänge sollen wieder freundlich auf Besucher wirken.
Ein Gefühl der Sicherheit will die Münchner Polizei auch durch starke Präsenz hervorrufen. Die Bürger honorierten es, wenn viele Beamte in Uniform Streife gehen, erklärt Pressesprecher Wenger. „Besucher bedanken sich oft für unseren Einsatz.“ Bei Einlasskontrollen gebe es kaum Klagen, wenn Rucksäcke oder Taschen stichpunktartig durchsucht werden. Wiesn-Besucher rechneten mit Kontrollen. Auch das gehört seit Jahren zum Routineprogramm der Münchner Polizei während des Oktoberfestes.
Rund 200 Beamte sind tagtäglich im Einsatz, zu Spitzenzeiten wie an den Wochenenden sind es auch schon mal 300 Polizisten, die für Ruhe und Ordnung sorgen. Alle Polizisten sind Freiwillige aus den Münchner Revieren. Auch Zivilfahnder werden verstärkt im Einsatz sein. Der Jugendschutz soll gewahrt bleiben, kein Minderjähriger Alkohol bekommen. Außerdem wird das Gelände jeden Tag mit Hunden abgegangen, die nach Sprengstoffen schnüffeln.
Zur normalen gibt es auch noch eine „virtuelle Streife“. Mit 17 Kameras hat die Polizei einen genauen Überblick über das Gelände und kann frühzeitig erkennen, wo sich große Menschenansammlungen bilden. Auch die versteckten Ecken hinter den großen Bierzelten haben die Beamten so immer genau im Blick.