Tausende Menschen wollen in mehreren deutschen Städten am Samstag gegen Atomkraftwerke demonstrieren. In Müchen gibt es eine Versammlung auf dem Odeonsplatz.

In München soll es am Samstag, wie auch in anderen deutschen Großstädten, eine Großdemo gegen Atomkraft geben. Das Motto der Kundgebung, die gleichzeitig auch in Berlin, Hamburg und Köln stattfindet, lautet „Fukushima mahnt: Alle AKWs jetzt abschalten“. Geplant ist die Demonstration in München als stehende Versammlung für 14 Uhr auf dem Odeonsplatz.
Vorprogramm, Redebeiträge und Musik
Mit dem Vorprogramm soll um 13.30 Uhr begonnen werden, für 14 Uhr ist dann die Kundgebung geplant und um 14.15 Uhr soll es eine Schweigeminute für die Opfer in Japan geben, kündigt Florian Sperk, Projektmanager des Bündnisses "KettenreAktion Bayern", an. Anschließend sind mehrere Redebeiträge geplant, darunter Prof. Dr. Marcus Vogt (Lehrstuhlinhaber für katholische Sozialethik an der Ludwig-Maximilians-Universität), Wolfgang Schürger (evangelischer Landesbeauftragter für Umwelt und Gesellschaft), Jürgen Wechsler (IG-Metall Bayern), Sebastian Schönauer (Bundnaturschutz), Kathy Mühlebach-Sturm (Büfa Landshut) und Christine Hacker (Umweltinstitut München).
In einem zentralen Block von insgesamt zehn Minuten sollen Vertreter der atomkritischen Parteien zu Wort kommen: Natascha Kohnen (SPD), Dieter Janecek (Grüne), Prof. Dr. Michael Piazolo (FW), Sebastian Frankenberger (ÖDP) und Eva Mendl (Linke) .
Das Rahmenprogramm gestalten folgende Künstler: Sensational Skydrunk Heartbeat Orchestra, Azhar Kamal, Urban Priol, Missent To Denmark und The Notwist.
20.000 Teilnehmer erwartet
Angemeldet seien 15.000 Demonstranten, doch Sperk rechnet mit mehr: "20.000 Teilnehmer könnten es schon werden." Diese Zahl wäre sehr zufriedenstellend, auch angesichts der Tatsache, dass den Organisatoren für die Zeit der Vorbereitung nur acht Tage geblieben seien. "Eine Demo dieser Größenordnung hat normalerweise einen Vorlauf von drei Monaten und eine Planungsphase von einem halben Jahr", verdeutlicht Sperk. Doch es sei wichtig, diese Demo jetzt so zeitnah zur aktuellen Diskussion zu veranstalten: "Wir wollen von der Straße Druck auf die Politik ausüben." Gleich zu Beginn des "sogenannten Moratoriums" müsse klar gemacht werden, dass von den Politikern Ergebnisse erwartet werden.
Der Trägerkreis des Bündnisses „KettenreAktion Bayern“ besteht aus Parteien, Umweltverbänden, Organisationen und Bürgerinitiativen, darunter insbesondere die SPD, Bündnis90/Die Grünen, ÖDP, Die Linke Bayern und der Bund Naturschutz.
Weitere Veranstaltungen in München geplant
In München findet parallel zur Demonstration auf dem Odeonsplatz auf dem Marienplatz eine Versammlung der „Greenpeace Jugend München“ zum Thema „Atomkraft“ und eine Benefizveranstaltung zum Zwecke der Spendensammlung für das Rote Kreuz Japan in der Neuhauser Straße neben dem Richard-Strauss-Brunnen statt.
Polizei mit 500 Beamten vor Ort - Ludwigstraße gesperrt
Um die Großdemonstration gewohnt professionell zu betreuen und einen störungsfreien Verlauf gewährleisten zu können, werden insgesamt etwa 500 Polizeibeamte im Einsatz sein. Während der Demonstration wird es um den Odeonsplatz zu Verkehrsbehinderungen kommen. Die Münchner Polizei versucht, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Die Ludwigstraße wird zwischen dem Odeonsplatz und der Von-der-Tann-Straße für den Straßenverkehr gesperrt werden. Die Sperrung wird zwischen 10 und 11 Uhr beginnen und bis zum Ende der Veranstaltung dauern, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Zwischen 8 und 18 Uhr wird außerdem ein Halteverbot in der Ludwigsstraße gelten und der Taxistand am Odeonsplatz wird zwischen 11 und 18.30 Uhr aufgehoben sein. Der Bus der Linie 100 wird die Haltestelle Odeonsplatz in dieser Zeit nicht anfahren, informierte die Sprecherin weiter.
Der Einsatzleiter der Polizei, Polizeivizepräsident Robert Kopp, appelliert deshalb an alle Besucher der Innenstadt und Teilnehmer der Versammlung, nicht mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren, sondern die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Gesonderter Ersatzverkehr sei aber nicht geplant, wie die Sprecherin sagte. Die Organisation „KettenreAktion Bayern“ empfiehlt, den Busbahnhof Fröttmanig anzusteuern und mit der U-Bahn in die Innenstadt zu fahren. bale
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