Abflussreiniger im Tee: Mit einem Geständnis hat in Memmingen der Prozess um den tödlichen Giftanschlag eines Mannes auf seine 65 Jahre alte Mutter begonnen. Der 42-Jährige gab am Mittwoch vor dem Landgericht zu, der pflegebedürftigen Frau vor knapp zehn Monaten das Putzmittel in den Tee gemischt zu haben. Die Frau erlitt schwerste Verätzungen, an denen sie knapp zwei Monate später im Krankenhaus starb.
"Mir tut es leid, ich wollte es nicht", sagte der Angeklagte unter Tränen zum Prozessbeginn.
Da sein Vater wegen einer Verletzung am Fuß für längere Zeit im Krankenhaus war, habe er seine Mutter fast zwei Monate lang allein zu Hause gepflegt.
Die Mutter hat geweint, gejammert und geschrien
Nachts sei er mehrmals aufgestanden, um sie auf die Toilette zu bringen. Sie habe oft geweint, gejammert und geschrien. "Mir war das alles zu viel. Man kann sich nicht vorstellen, was das für eine Belastung ist." Am 8. April 2011 sei er morgens spontan auf die Idee mit dem Abflussreiniger gekommen. "Ich wollte sie nicht umbringen. Ich wollte nur, dass sie ruhig ist."
Nach der Tat blieb der Sohn noch etwa zwei Stunden in der Wohnung und ließ seine Mutter dann allein. "Er verließ das Haus, um ihr nicht beim Sterben zusehen zu müssen", hielt ihm die Staatsanwältin vor. Weitere fünf Stunden später fuhr der heute 42-Jährige mit dem Fahrrad zur Polizei und zeigte sich selbst an. Das Urteil sollte noch am Nachmittag gesprochen werden.