Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) kritisierte, EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos bleibe mit seinem 600 Seiten starken Reformpapier „eindeutig hinter seinen eigenen Ankündigungen zurück“. Diese Kritik wird quer durch alle fünf Landtagsfraktionen geteilt – allerdings aus zum Teil sehr unterschiedlichen Gründen. Weitgehend Einigkeit besteht zwischen Regierung und Opposition in München, dass mit der Reform kein neues „Bürokratiemonster“ (Leopold Herz, Freie Wähler) geschaffen werden dürfe. So begrüßen alle, dass künftig nur noch „aktive Landwirte“ mit EU-Geldern unterstützt werden sollen, nicht aber Golfclubs oder Fluggesellschaften. Doch bei dem von der EU geforderten Nachweis zeichne sich ein großer bürokratischer Aufwand für bayerische Nebenerwerbslandwirte ab.
Gegen Ökologisierung der Landwirtschaft
Widerstand aus Bayern gibt es auch gegen die Vorschläge der EU zur Ökologisierung der Landwirtschaft („Greening“). Dabei wird unter anderem gefordert, sieben Prozent der Flächen stillzulegen. Brunner erwartet hier noch Korrekturen von der Kommission. Er sei strikt dagegen, „bestes Ackerland aus der Produktion zu nehmen“.
Maria Noichl (SPD) und Adi Sprinkart (Grüne) nahmen erneut die Exportsubventionen der EU und den Import von Futtermitteln aufs Korn. Dies habe „verheerende Folgen“ für arme Länder außerhalb Europas. Der Minister räumte ein, dass es diese Probleme gebe, wies aber darauf hin, dass die Subventionen weiter gesenkt werden sollen.