Wenn sich die schwäbische Sprache – genauer gesagt: der Dialekt, der im Allgäu gesprochen wird – in ferner Zukunft einmal zur beliebtesten Mundart in Deutschland entwickeln sollte, dann hat auch Maximilian Schafroth seinen Anteil daran. Nicht nur, dass der 26 Jahre alte Bauernsohn und gelernte Banker seit rund zweieinhalb Jahren mit seinem Kabarettprogramm „Faszination Allgäu“ durch deutschsprachige Lande zieht. Jetzt wird auch im Kino „Allgaierisch“ gschwätzt. Schafroth ist ab dem kommenden Donnerstag in dem neuen Film des oberbayerischen Regisseurs Marcus H. Rosenmüller zu sehen.
Maxi Schafroth in "Sommer der Gaukler"
In „Sommer der Gaukler“ spielt er in seiner ersten Filmrolle den etwas tollpatschigen Bergarbeiter Vester, der wider Willen zum Revoluzzer avanciert. Und plötzlich erfährt das Kinopublikum von Allgäuer Metropolen wie Motzgratzried, Schneckenbichl und Ratzenried. All diese netten Fleckchen Erde gibt es tatsächlich, versichert Schafroth. Schneckenbichl etwa hat er sich wegen des grünen Ortsschildes mit gelber Schrift gemerkt. „Da konnte ich mit 100 durchfahren“, sagt er und lacht dabei. Lieber aber ist der lockenhaarige Kabarettist und Schauspieler im Zug unterwegs. Da hat er Zeit, nicht nur die Menschen zu beobachten, sondern auch mit den urigsten Typen ins Gespräch zu kommen. Versatzstücke davon werden verarbeitet und finden Eingang in die nächste Kabarettvorstellung.
Das ist das besondere Talent Schafroths: Er erkennt nicht nur die Absurditäten des Alltags, sondern schnitzt zielsicher Pointen daraus. Die verpackt er in komödiantischen, durchaus klischeehaften, aber nie verletzenden Darstellungen einsilbiger Allgäuer Originale, die mit sich und ihrer Welt im Reinen sind. Mehr als die würzige Heimatluft und die Jagd nach ausgebüxten Jungrindern braucht’s einfach nicht zum Glücklichsein. Selbst möchte sich Schafroth die Bodenhaftung bewahren. Der Wahl-Münchner freut sich auf seine Besuche bei Verwandten und Freunden zu Hause in Stephansried und Markt Rettenbach im Unterallgäu. Den erlernten Beruf übt er – wenngleich nur sporadisch – in der Firmenkundenabteilung der Commerzbank München aus. Der Arbeitgeber macht das möglich, kann er sich doch auch mit seinem bekanntesten Angestellten schmücken. „Es hat was total Lustvolles, in der Früh ins Büro zu gehen und abends mit Freunden was zu unternehmen“, findet der Angestellte Schafroth. In den letzten drei Monaten hat er Büroarbeit allerdings nur an einem einzigen Arbeitstag erlebt.
Die Welt der Stars und Sternchen hat einen anderen Tag- und Nachtrhythmus. Auch den schätzt der 26-Jährige. Da muss ein anderer Maximilian Schafroth zurückstehen. Den gleichnamigen Vater freut, dass der Sprössling seinen Weg macht als Kabarettist, Autor und jetzt auch als Schauspieler. Der Preis freilich ist hoch: Denn die 110 Kühe und Jungrinder wird Maxi vom Papa (55) nach dem Stand der Dinge wohl kaum einmal übernehmen. Der alte Schafroth füttert und melkt die Kühe, der junge redet halt nur drüber – und das mit Erfolg.